Off Road Park "Böser Wolf"

Ein Offroad-Test

Nachdem sich unser Steyr 2013 bei der "Schlammschlacht" in Bad Kissingen schon gut bewährt hat, wollen wir es jetzt genau wissen. Was kann unser Expeditionsmobil im Gelände - oder genauer gesagt, wann bekommen wir es mit der Angst zu tun.

Off Road Park Böser Wolf bei Fulda

Also nutzen wir die Gelegenheit und folgen einem Aufruf im Steyr-Forum.


Für uns Geländeanfänger ist es sehr hilfreich zu wissen, dass wir nicht allein sein werden.


Fahrtipps von erfahrenen Fahrern zu bekommen ist immer toll und die Gewissheit ggf. auch gleich passende Bergefahrzeuge in der Nähe zu haben beruhigt uns ebenfalls.

Offroadgelände Böser Wolf bei Fulda


Das Wetter ist sehr regnerisch und eine erste Geländebesichtigung zu Fuß zeigt uns, dass der schwere Lehmboden sehr "anhänglich" ist. Man läuft bald wie auf Stelzen, da immer mehr Lehm an den Schuhen festpappt und ihn wieder abzubekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Während wir noch das Gelände besichtigen, ist eine Gruppe Unimogfahrer schon in voller Aktion. Ute nutzt die Gelegenheit und darf in einem der Unimogs mitfahren.

Der Mog fährt auch absolut souverän durchs Gelände, bis sich in einer Kurve eine Lehmpfütze als extrem tiefgründig herausstellt. Später erfahren wir, dass es sich um die "Panzerkuhle" handelt, die rd. 1,40 Meter bodenlosen Schlamm aufweist, damit man mit dem hier auch mietbaren Panzer auch mal "aufschwimmen" kann.

Der Mog kippt stark zur Beifahrerseite und bei allem Mitgefühl mit dem Fahrer ist Ute nur noch glücklich, dass es sich jetzt nicht um unseren Steyr handelt. So fällt es ihr doch viel leichter, die Ruhe zu bewahren.

Glücklicherweise reagiert der Unimogfahrer sofort und versucht sich rückwärts aus dem Schlamassel zu befreien. Fast wäre es auch gelungen, aber dann sitzt der Mog doch fest und muss mit Hilfe der anderen Unimogfahrer wieder flott gemacht werden. Unsere Gruppe ist mittlerweile wieder zu den Fahrzeugen zurückgegangen und wundert sich, wo Ute nur bleibt.

Kurz darauf geht es auch mit dem Steyr in´s Gelände. Jetzt wird´s ernst!

Jan und Katrin (Steyr) und Uwe und Renate (Unimog) fahren vor uns. Wir "Neulinge" folgen. Grundsätzlich denken wir ja, was Jan schafft sollten wir auch schaffen, aber Jan ein "alter Hase", der u.a. als Rallybegleiter schon sehr viel Fahrerfahrung gesammelt hat.

 

Anfangs klappt auch alles ganz gut und Thomas bekommt ein immer besseres Gefühl für unseren Steyr. Dann aber geht es aus dem flachen Gelände in einen recht unübersichtlichen Bereich mit vielen steilen Abfahrten.  Wir halten uns weiterhin an Jan. An einer Stelle bekommen wir dann aber doch Muffensausen. Plötzlich wird die bislang gut beherrschbare Neigung der Abfahrt sehr steil. Es geht abrupt ca. 4 Meter steil nach unten. Aus unserer Perspektive im Fahrerhaus sind das gut 6 Meter und das ist schon was! Schließlich haben wir - anders als Jan - eine in die Kabine integrierte Heckabsenkung und die sollten wir besser nicht schrotten. Da Thomas sich die Abfahrt aber vorher zu Fuß angeschaut hatte, meint er, dass es machbar sein sollte und wir rollen abwärts. Puh - alles glattgegangen. Noch nichtmal die Rücklichter hatten Bodenkontakt. Aber deshalb sind wir ja auch hier. Wir wollen schließlich unsere Grenzen ausloten.

Später versucht sich dann auch Ute als Geländefahrerin. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn der Steyr sich so seinen Weg durch den Schlamm bahnt. Ständiges Lenken ist gar nicht möglich. Also einfach rollen lassen und nur entschieden gegenlenken, wenn die Richtung gar nicht mehr stimmt. Beispielsweise bei der Zufahrt zur "Panzerkuhle". Glücklicherweise wissen wir ja jetzt wo sie liegt, denn ausgeschildert ist sie nicht und optisch sieht sie aus wie all die anderen Schlammpfützen auch. Da sich ein KAT erst kürzlich hier versenkt hat, wollen wir es lieber nicht ausprobieren!

Schließlich geht es durch eine Wasserdurchfahrt zurück auf die Ebene. Hier fährt Thomas dann auch mal eine Runde mit Jan als Beifahrer und lernt, dass die Sperren beim Steyr auch bei langsamer Fahrt (und nicht nur im Stand) zugeschaltet werden können. Ein wertvoller Tipp, den oftmals ist es sehr unangenehm in einer kritischen Situation erst anhalten zu müssen, um die Sperren dann zuzuschalten.

Am nächsten Tag stoßen noch Tobias und Dana mit ihrem "Holzsteyr" zu uns und wir freuen uns in so netter Runde unsere Geländefahrkenntnisse erweitern zu können. Abends sitzen wir in gemütlicher Runde unter Jan´s großer Regenplane, ohne die wir mächtig nass würden, da immer wieder Regenschauer dafür sorgen, dass unsere "Spielwiese" nicht austrocknet.

 

Nach zwei Tagen Schlammfahren, ist Thomas dann auch eine gute halbe Stunde mit dem Hochdruckreiniger damit beschäftigt, den Steyr wieder straßentauglich zu machen!