Reisebericht Marokko vierter Teil

Tafraoute - Tanger

H. eute brechen wir von Tafraoute Richtung Küste auf, in der Hoffnung dass es dort etwas weniger warm ist. Zuerst wollen wir nach Agadir fahren, um dort einen Baumarkt zu finden, in dem wir vielleicht noch einige Sachen zur Optimierung unseres Reisefahrzeugs finden können. Außerdem wollen wir unsere Vorräte im dortigen Mardjane auffüllen.

 

Die Strecke ist anfangs landschaftlich noch recht reizvoll, aber je näher wir Agadir kommen, umso mehr ist die Landschaft vermüllt und von heruntergekommenen Häusern durchsetzt. Das ist nach den tollen Landschaften, die wir bis jetzt erleben durften ein herber Rückschlag und die Hektik der Großstadt Agadir gefällt uns auch nicht, da es uns einfach mehr in die Natur zieht.

Was sich hier auf den Straßen tummelt ist schon krass – vom Orangenverkäufer mit Eselkarren bis zum modernen Luxuswagen ist alles dabei.

 

Der Mardjane ist nach den letzten Wochen schon ein Einkaufserlebnis, aber immer noch sehr orientalisch geprägt. Gewürze, Nudel, Oliven und Kuskus liegen offen in großen Behältern und der Kunde füllt sich selber soviel davon ab wie er braucht. Ein Angestellter wiegt das Ganze dann ab und zeichnet den Preis aus. Es ist auch interessant die Leute zu beobachten. Von tief verschleiert (alles schwarz bis auf den Augenschlitz und manchmal noch nicht mal den) bis super sexy und westlich aufgedonnert ist alles dabei. Man sieht aber, dass hier die besser Verdienenden einkaufen – kein Wunder bei den Preisen.Wir kaufen für 65 € ein. Soviel haben wir schon lange nicht mehr für Lebensmittel ausgegeben und dabei ist unser Einkaufswagen gar nicht besonders voll, aber Käse und Joghurt und ein wenig zu Naschen, das hat uns doch gereizt.


Der Baumarkt erweist sich als Enttäuschung. Ist doch mehr ein Einrichtungsmarkt und auch der gegenüber angesiedelte Elektrofachmarkt kann uns nicht weiterhelfen. Vor dem Supermarkt stehen Stände mit Händlern wie bei uns beim Krammarkt. Ein junger Mann preist lauthals einen Gemüsehobel an und führt ihn vor. Eigentlich nicht anders als bei uns – nur der Kontrast zu den vor ihm stehenden verschleierten Frauen ist schon ungewohnt.

Wir steuern einen CP kurz hinter Agadir an. Der CP-Wart ist kurz angebunden, will unsere Pässe haben und mit einem Schwall französischer Worte packt er sie in eine Schublade in seinem Büro. Wir verstehen kein Wort und der Großstadtstress tut jetzt bei Ute seine Wirkung. Sie erklärt dem CP-Wart, dass wir unsere Pässe ganz bestimmt nicht bei ihm deponieren werden, aber er besteht darauf. Das alles in französisch/englisch wo einer den anderen nicht versteht. So nehmen wir unsere Pässe und fahren halt wieder. So was haben wir in ganz Marokko noch nicht erlebt, denn bisher konnten wir die komplette Anmeldung dann am nächsten Morgen erledigen.

Wir fahren auf einer kurzen Piste zum Strand. Dort erklärt man uns, dass wir gerne parken, aber nicht übernachten dürfen – also fahren wir kurz darauf weiter. An einer einsameren Stelle versuchen wir es wieder und finden auch einen schönen Platz am Strand. Als es jedoch zu dämmern beginnt, kreuzt Polizei auf und fordert uns recht barsch auf, uns auf einen CP zu stellen. Ziemlich genervt fahren wir weiter – jetzt im Dunkeln.

Zu dem alten CP wollen wir nicht zurück, also fahren wir zu einem anderen, den wir aber erst einmal verfehlen, da die Zubringerpiste ganz lausig ausgeschildert ist. Der CP liegt hoch auf einer Klippe und wir fahren über eine schmale Piste im Dunkeln immer höher den Berg hinauf. Genau das was man sich so wünscht halt.

Auch an diesem CP (Terra Ocean) verlangt man über Nacht unsere Pässe. Jetzt sind wir weichgekocht und geben sie einfach ab, da wir keine Chance haben, im Dunkeln nach einem anderen Stellplatz zu suchen.

Nebel an der Küste bei Agadir

Am nächsten Morgen sehen wir kaum mehr die Hand vor Augen – alles verschwindet im dichten Nebel. Irgendwo unter uns muss das Meer liegen. Wir hören es, sehen können wir es nicht. Der CP erweist sich als sehr ordentlich und sauber. Wir erledigen unsere Anmeldung und bekommen die Pässe zurück.  Am Nachmittag lichtet sich der Nebel und wir machen einen Abstieg zum unter uns liegenden Strand. In den Klippen finden wir ganze Felsbrocken, die ausschließlich aus versteinerten Muschel bestehen und sammeln ein paar schöne kleine Stücke auf.


Auch heute stehen wir wieder im Nebel und man erklärt uns, dass diese Wetterlage mit der Hitze im Landesinneren zu tun hat und länger andauern kann. Es macht aber keinen Spaß bis zum Nachmittag im Steyr zu sitzen und darauf zu warten, dass die feuchte Suppe sich verzieht. Deshalb beschließen wir weiterzufahren. Unseren Plan, noch einige nette südlichere Küstenorte aufzusuchen verwerfen wir, da wir Anfang Juni wieder in Lippstadt sein wollen und außerdem vermuten, dass die Nebelproblematik auch weiter südlich nicht viel anders sein wird.

Wir fahren an der Küste Richtung Norden und kommen zu einer sehr, sehr engen Piste, die uns entlang der Steilküste durch eine im Nebel unwirkliche Landschaft führt. Schade, bei sonnigem Wetter muss die Aussicht hier grandios sein. Sobald uns unser Weg mehr ins Landesinnere führt ist der Nebel wie weggeblasen. Ist irgendwie Neuseelandfeeling – das Land der großen weißen Wolke.

Wir beenden unsere Fahrt in Sidi Kaouki, einem kleinen Küstenort, der wohl hauptsächlich bei Surfern beliebt ist.

Der Strand ist schön, aber es ist sehr windig – Surferparadies halt. Hat aber den Vorteil, dass sich der Nebel hier nicht hält und so haben wir wieder klare Sicht.

Der CP ist ummauert und von dem schönen Strand sehen wir von hier aus nichts. Dafür haben wir einen guten Blick auf nahe Bauruinen, die wohl schon seit Jahren auf die Fertigstellung warten.

Direkt nach unserer Ankunft werden wir von zwei netten Hundedamen in Beschlag genommen. Sie freuen sich über die gute Versorgung von Ute, doch so wie die beiden sich kratzen, wollen wir die netten Flohschleudern lieber nicht zu intensiv an uns heranlassen. Zum Dank passen die beiden nachts gut auf uns auf und verteidigen uns (oder wen auch immer) mit Gebell – jaul!

Kurz nach uns treffen Maik und Petra mit klein Luca in ihrem lindgrünen Unimog ein. Wir machen gemeinsam einen kleinen Strandspaziergang – mehr lässt Ute's lädierte Sehne leider nicht zu.

Heute hat Thomas Geburtstag und zur Feier des Tages kaufen wir Plätzchen von einem ziehenden Händler und veranstalten dann mit Maik und Petra ein gemeinsames Kaffeetrinken. In der Unterhaltung stellt sich raus, dass Maik lange Zeit für Därr gearbeitet hat und seit ein paar Jahren für Exploryx arbeitet. Also ein richtiger Fachmann und so drehen sich die Gespräche viel um Auto, Aufbau und Technik.

Abends gehen wir gemeinsam essen. Das Lokal ist schön und das Essen lecker und die Gespräche gut - was will man mehr!

Lange genug rumgestanden – heute fahren wir weiter nach Essaouira. Die Stecke verläuft mal näher, mal weiter von der Küste entfernt. Mal ist es Steilküste, mal sehen wir lange, einsame Sandstrände.

Hirten, die kleine Herden oder auch einzelne weidende Tiere beaufsichtigen gehören zum normalen Straßenbild. Aber es macht einen großen Unterschied, ob man an stark touristisch frequentierten Straßen fährt, oder ob es abgelegene Gegenden sind.

 

Die nebenstehenden Bilder zeigen eigentlich das gleiche Fotomotiv - Ziegen auf Bäumen. Nur mit dem Unterschied, das die Ziegen auf dem ersten Bild den Baum schon lange kahlgefressen haben und eigentlich runtermöchten.

Nur der Hirte lässt sie nicht, da Touristen gerne anhalten, Bilder von den "malerischen" Ziegen auf den Bäumen knipsen und dafür Dirham geben. Dieses Bild wurde von uns im vorbeifahren -wir unterstützen diese Tierquälerei nicht durch Geldgaben -  an der Straße von Essaouira nach Marrakech gemacht.

 

Das zweite Bild zeigt glückliche Ziegen im Landesinneren, die ihrer Natur folgend freiwillig in den Baum klettern um das Laub abzuknabbern. Hier steht kein Hirte an der Straße und möchte Bakshish.


Unterwegs begegnen uns viele kleine Pferdefuhrwerke. Es herrscht reger Verkehr in beide Richtungen und wir sehen wieder anerkennend hochgerechte Daumen. Die Ursache für den lebhaften Kutschenverkehr erkennen wir im nächsten Dorf - hier ist nämlich Markttag. Wir sind noch von unseren Einkäufen in Agadir gut versorgt - also geht es weiter.

 

In Essaouira angekommen besuchen wir zuerst den großen Supermarkt – insbesondere unser Vorrat an Hunde- und Katzenfutter muss wieder aufgefüllt werden. Ute erklärt rund heraus, dass sie weiterhin jeden hungrigen Vierbeiner, der an unserem Stellplatz rumlungert versorgen wird – ist halt ihre Macke.

 

Dann fahren wir zum Hafen, da wir gehört haben, dass man da angeblich auch stehen kann (wäre näher zur Medina). Daraus wird aber nix, da der Platz voller PKW steht. Der Parkplatzwächter will uns zwar hineinwinken aber wie soll das gehen? Da müssten wir erst ein paar PKW schrotten um Platz für unseren Dicken zu bekommen. Außerdem haben wir keine Lust auf Sardinendose und fahren zurück zu unserem „alten“ Stellplatz an den Dünen.

 

War aber wohl das letzte Mal. Der Platz ist laut (Straße), wir werden wieder zweimal zum Zahlen aufgefordert (können wir aber abwenden; Quittung gibt’s ja keine) und außerdem ist der Platz mückenverseucht. In der Nacht erlegen wir 10 Mücken und an den Fenstergittern hängen massig Mücken und summen weil sie rein wollen. Wieder haben wir den Eindruck, dass das Mückengitter der Heki nicht viel taugt.

Der Platz im Vergleich zur Hinfahrt sehr leer. Wir treffen einen Engländer mit Mercedes LKW und Shelteraufbau, der sich aber gerade abfahrbereit macht und Richtung Tafraoute weiterwill. Wir geben ihm ein paar Tipps zu der Gegend über die er sich freut.


Am Nachmittag radeln wir zum Fischereihafen. Bei dem Geruch vergeht uns erstmal die Lust auf ein Fischgericht. Allerdings haben wir noch nirgendwo in Marokko so gutgenährte Katzen gesehen wie hier! Wir fahren weiter zur Medina, wandern durch die Gassen und kaufen noch einige Souvenirs ein.

Da wir in der Nacht hauptsächlich Mücken gejagt und weniger geschlafen haben, sind wir morgens recht groggy.

Hier wollen wir aber keine weitere Nacht verbringen und so geht es weiter nordwärts die Küste entlang.

 

Bei Safi fahren wir durch große Industriegebiete. In einem Bereich riecht es so widerlich, dass sich uns fast der Magen umdreht. Ist das die Phosporverarbeitung oder eine Fischmehlfabrik – keine Ahnung. Nichts wie weg!

Die Küste ist abwechselnd von langen Sandstränden, aber auch von Steilküstenabschnitten geprägt. Oft besteht aber keine Chance ans Meer abzubiegen. Als wir dann eine kleine Straße sehen, die zur Bucht Lalla Fatma führen soll, nutzen wir die Chance und kommen nach einer steilen Serpentinenabfahrt zu einer malerischen, kleinen Felsenbucht mit Sandstrand.

Bucht Lalla Fatma Marokko, Strand Sonne, Meer

Der Sand ist richtig heiß und Ute verbrennt sich fast die Füße. Sehen aus wie Lobster nach dem Kochen ;-). Das Meerwasser hinterlässt gelbliche Schaumkronen am Strand und riecht etwas fischig – Safi ist ja nicht weit.  In dem kleinen Strandlokal trinken wir einen Minztee. Zu mehr vergeht uns die Lust, als wir das schmierige Tablett und die genauso schmierige Tischplatte sehen.

 

Auf dem höher gelegenen Parkplatz, wo der Steyr steht, ist die Luft besser und wir haben einen schönen Überblick über die malerische Bucht. Nur schade, dass die Wasserqualität nicht gerade zum Baden einlädt. Wir verbringen eine relativ ruhige Nacht. Bis ca. 24.00 Uhr unterhalten uns ein paar Marokkaner mit Musik und ihren Gesprächen. Danach herrscht himmlische Ruhe und wir sehen einen eindrucksvollen Sternenhimmel, da weit und breit keine anderen Lichtquellen sind. Der Platz ist mit umgerechnet 50 Cent auch sehr preiswert und wir werden von niemandem belagert, der noch irgendwelche Geschäfte mit uns machen möchte – erholsam!

 

Morgens hängen dicke Wolken am Himmel, die sich aber schnell verziehen. Wir fahren weiter die Küste entlang und haben auch immer wieder Gebiete mit Küstennebel. Die Gegend wird immer fruchtbarer und ist deshalb flächendeckend landwirtschaftlich genutzt. Wir fahren in Sichtweite zu den Dünen, aber hier ist es deutlich schwieriger an den Strand zu kommen.


Einmal versuchen wir unser Glück auf einem unbefestigten Feldweg, aber er führt nur zu ein paar Hütten und wir wenden, bevor es zu eng wird. Einige km weiter haben wir mehr Glück und folgen einem Wegweiser zum Plage Sidi Bounaime. Hier ist ein Parkplatz direkt an der Küste und wir werden von 5 Hunden mit wildem Gebell und gesträubten Nackenhaaren begrüßt. Mehr trauen sie sich aber nicht und wir machen mal wieder einen Strandspaziergang. Einige Jugendliche (nur Jungs natürlich) baden und spielen Fußball, ignorieren uns aber völlig. Später fahren sie mit einem Minitraktor mit 15 Personen (Wetten-dass-reif!) nach Hause.

Die Nacht wird unruhig, das Hunderudel bellt und heult ausdauern – und wir hatten gedacht, dass wir auf diesem einsamen Fleckchen Land endlich mal Ruhe haben würden!

Kurz bevor wir starten wollen, kontrolliert Thomas noch mal unseren Auspuff und stellt fest, dass sich eine weitere Halterung verabschiedet hat. Er flickt das Ganze mit Lochband und wir hoffen, dass es die nächsten Schlaglöcher (und davon hat es hier viele) aushält.

Später kommt ein Marokkaner, schließt eine der Hütten auf und füttert zu unserem Erstaunen sogar die Hunde. Wir wissen nicht so recht was wir davon halten sollen. Ute freut sich, dass sich jemand um die Tiere kümmert. Thomas meint, dass die Hunde ohne Fütterung gar nicht hier wären und wir dann besser geschlafen hätten. Von uns nimmt der „Platzwart“ jedenfalls keine Notiz und fragt nicht nach Dirham. Trotzdem hinterlassen wir ihm in seinem Büro einen kleinen Betrag (er ist gerade irgendwo unterwegs), schließlich hatten wir hier einen ganz guten Stellplatz und das Füttern der Hunde hat ihn Ute sympathisch gemacht.

Mittelstreifenbegrünung Autobahn Marokko

Heute geht es weite Strecken über die Autobahn, da wir wieder km machen wollen. Die Begrünung des Mittelstreifens würde jeden Gärtner in Deutschland neidisch machen. In verschiedenen Farben blühender Oleander wechselt sich mit strahlend gelb blühendem Ginster ab. Da sich Autobahn gut fahren lässt, übernimmt Ute auch mal wieder das Steuer. Aber unser Navi hat eine besondere Überraschung für uns parat – und führt uns mitten durch Rabat. Ute schwitzt Blut und Wasser, aber der Steyr und auch die anderen Verkehrsteilnehmer sind heile geblieben.

In Mulay Bousselham fahren wir den CP Flamants-Loisirs an. Dieser liegt nur etwa 300 Meter von dem anderen CP entfernt, der direkt neben der Lagune ist. Am Abend machen wir einen Spaziergang dorthin und schauen uns den anderen Platz an. Er ist stärker belegt (fast nur französische weiße Womos), hat eine bessere Aussicht und liegt näher zur Innenstadt. Trotzdem werden wir nicht wechseln, denn der Geruch der Lagune ist unangenehm und hinzu kommt der Duft des Fischereihafens. Später stellen wir fest, dass dieser Platz (da tiefer gelegen) viel länger (morgens und abends) im Nebel liegt.

Nach der Besichtigung des CP und nachdem wir einen Fischer abgeschüttelt haben, der uns unbedingt eine Bootsfahrt über die Lagune aufschwatzen will, gehen wir ins Örtchen und suchen uns ein Lokal (Firdaous), in dem wir sehr gut und sehr sehr reichlich für insgesamt 16 € Fisch essen. Thomas kann das Essen leider nicht so ganz genießen, da sich beissende Fliegen unterm Tisch tummeln und er kurze Hosen anhat.

Danach kaufen wir im Souk noch Brot und Orangen und „rollen“ zurück zum Steyr - so haben wir uns den Bauch vollgeschlagen. Die Nacht ist ruhig mit melodischem Froschkonzert (nicht ironisch gemeint) und schönem Blick auf die Lichter von Mulay Bousselham.

„Unsere“ kleine, klapperdürre Katze sieht ja schon etwas unheimlich aus, aber sie ist sehr lieb und anhänglich.

Generell werden Katzen hier nicht schlecht behandelt - aber man kümmert sich auch nicht um sie und so muss der reichlich vorhandene Katzennachwuchs sehen, wie er sich durchschlägt.

 

Die Kleine weicht uns seit gestern nicht mehr von der Seite. Wir füttern sie ein letztes Mal und machen uns dann auf in Richtung Tanger.

Einen Zwischenstopp legen wir in Asilah, einem kleinen Küstenstädtchen mit hübscher Medina, ein. Wir finden einen Parkplatz (20 Dirham) direkt am Hafen und laufen durch die kleinen Gassen.

Asilah ist gem. Reiseführer eine Künstlerstadt und das ist in der Medina in Form von phantastischen, bunten Wandgemälden und liebevollen Gestaltungsdetails auch deutlich zu sehen. Ute macht viele Fotos – es ergeben sich auch in jeder Gasse neue interessante Ausblicke. Und die Farben – erstmalig erwacht der Wunsch nach einigen der heute entstandenen Fotos unsere Wohnkabine zu dekorieren. Mal sehen, was wir daraus machen.

Asilah ist nicht so touristisch wie z.B. Essaouira aber trotzdem gibt es einige Läden mit den üblichen Souvenirs und Kunsthandwerk.

So kommt Ute auch heute nicht drumrum zwei schöne Decken zu kaufen. Die Farben der Stoffe sind sehr intensiv, die Decke von ihrer Ausstrahlung her sachlich, modern und damit gut als Geschenk für Freunde geeignet. Der Preis ist vergleichbar mit dem Niveau von Essaouira, aber deutlich niedriger als in Marrakech.


Gegen Mittag fahren wir weiter zu den Höhlen des Herkules. Der nebenan liegende CP macht einen ganz ordentlichen Eindruck. Zu unserer Enttäuschung hören wir aber, dass die Höhlen wegen Umbaumaßnahmen derzeit nicht zu besichtigen sind. Unser Versuch, uns für diese Enttäuschung mit einem netten Restaurantbesuch zu entschädigen, schlägt leider fehl. Utes Fischgericht schmeckt nach Dose und Thomas Menü mit Hühnchenbrust, Fritten und Gemüse würde jederzeit als gewürz- und fettreduzierte Schonkost durchgehen. Dafür ist der Preis mit insgesamt 25 € happig. Bislang das schlechteste, dafür aber teuerste Essen das wir in Marokko hatten.

Wir verbringen den restlichen Tag am Steyr, suchen unsere Unterlagen für die Fähre zusammen, schreiben Tagebuch und nutzen nochmals unseren guten Internetzugang.

Wir kommen heute früh in die Socken und fahren auf einer landschaftlich schönen Strecke entlang der Küste. Hier gibt es einige schöne, kleine Buchten, die uns zu einem längeren Aufenthalt verführen könnten, wenn wir noch mehr Zeit hätten. Später fahren wir dann durch Tanger. Der Verkehr ist gewohnt chaotisch und uns fällt wieder der Unterschied zwischen dem Outfit der Frauen in Werbung und Wirklichkeit auf.

Weiter geht es nach Tanger Med. Das Hafengelände ist gut ausgeschildert und wir finden alles problemlos. Das einzige, was wir noch nicht wussten war, dass man in Höhe des Parkplatzes (unser Einreiseübernachtungsplatz) eine Platzreservierung für die Fähre buchen muss. Die Tickets hatten wir ja schon und deshalb wunderten wir uns, als uns „ein freundlicher Marokkaner“ vehement zur Seite winkt, nach unseren Tickets fragt und dann im Laufschritt vorweg die Platzreservierung bucht. Nun ja – für´s nächste Mal wissen wir Bescheid und besser so, als erst kurz vor der Fähre umkehren zu müssen. Die Bitte nach 10 € haben wir allerdings nur belächelt. Statt dessen gab es eine Handvoll Restmünzen und (auf seine Nachfrage) einen Pullover aus unserer Spendentruhe.

Danach geht es zum Röntgen. Es ist eine Spur für ca. 3 hintereinander stehende Womos markiert und sobald dort entsprechend viele Fahrzeuge stehen, fährt ein LKW mit „Röntgenarm“ an den Wagen vorbei und scannt sie. Die Insassen steigen natürlich vorher aus. Bei uns wird nichts beanstandet und es folgen auch keine weiteren Fragen oder Kontrollen. So haben wir genug Zeit auf unsere Fähre zu warten (13 Uhr) und noch die Flatrate für Marokko zu strapazieren. Da erst die LKW, dann die PKW und dann wir auf das Schiff dirigiert werden, haben wir ausreichend Gelegenheit uns darüber zu wundern, wie viele Fahrzeuge auf so eine Fähre passen. Fast dachen wir schon, wir müssen auf die Nächste warten;-)).

Dieses Mal müssen wir rückwärts in den Bauch der Fähre rollen und Thomas macht der extreme Unterschied zwischen strahlend heller Mittagssonne und total dunklem Frachtraum zu schaffen. Also ist Ute raus und hilft einzuwinken, da die Mitarbeiter der Fährgesellschaft gerade mal nur rumstehen. Das lassen sie aber nicht auf sich sitzen und mit großem Hallo wird Ute mit Warnweste und sogar auch noch mit Funkgerät ausgestattet. Als der Steyr dann steht, sind alle über die „neue Kollegin“ begeistert. Mit einer Stunde Verspätung startet die Fähre (das hat aber mit den vielen LKW und nicht mit unserem Einparken zu tun!!!) und die Überfahrt verläuft völlig ruhig.

Leider ist das Wetter nicht so klar wie bei der Hinfahrt, was die Qualität von Utes Fotos etwas beeinträchtigt.

Die Ausfahrt aus dem Hafengelände ist ebenfalls problemlos und funktioniert ohne Nachfragen. Da es mittlerweile kurz vor 16 Uhr ist und wir vom vielen Warten auch recht müde sind (Nichtstun ist echt anstrengend), fahren wir nur noch ins Gewerbegebiet zu „Carlos“ (Ausfahrt 112) und canceln unseren Plan, gleichtägig nach Granada weiterzufahren.

Wir sind wieder in Europa - woran erkennen wir das nur?

 

 

Weiter geht es unter:  13.05. - 31.05. Rückreise Spanien

 

 

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