08.10.2017 - 13.10.2017 Kroatien

Plidvice - Rastoke - Krka Nationalpark

Special "Wasserfälle"

Am 08.10. erreichen wir den Nationalpark Plitvicer Seen (auf kroatisch: Plitvicka jezera). Er ist der größte Nationalpark Kroatiens und seit 1979 Unesco Weltkulturerbe.

 

Wir betreten den Park über den Eingang 1. Das erweist sich als gute Entscheidung, da man gegen die Fließrichtung des Wassers geht und somit den besten Blick auf die Wasserfälle hat. Der Park ist sehr gut ausgeschildert und zu den einzelnen Wegen gibt es jeweils km-Angaben. Über verschiedene Rundwege und unter Einbeziehung der Elektrobahn sowie der Schiffslinie (beides im Eintrittspreis enthalten) kann so jeder selbst entscheiden, wie viel er wandern möchte.

 

Entlang der einzelnen Seen führen Holzplankenstege zu den Wasserfällen und teilweise auch direkt über sie. Mit festem Schuhwerk sind die Stege problemlos zu begehen. Es ist nur ratsam, den Blick beim Gehen auf den Wegen zu lassen und nicht nur die grandiose Natur anzustaunen, sonst könnte man schnell über eine der vielen kleinen aber unregelmäßigen Stufen stolpern und einen innigeren Kontakt zu der Umgebung bekommen als gewünscht.

Gleich zu Beginn der Tour erreichen wir den Veliki slap, der mit rd. 78 Metern Fallhöhe der größte Wasserfall Kroatiens ist. Links neben dem Wasserfall führt an einer Felswand eine unscheinbare Steintreppe mit recht hohen und schmalen Stufen empor. Die Mühe lohnt sich aber, da sich von hier oben eine wunderschöne – und touristenfreie - Aussicht auf den Wasserfall bietet. Hier vereint sich der Fluss Plitvica nach seinem Sturz über den großen Wasserfall mit den Wassermassen der Plitvicer Seen zu dem Fluss Korana.

 

Leider ist das Wetter nicht so schön wie erhofft. Es ist bewölkt und recht frisch. Nichts, was man mit der entsprechenden Kleidung nicht richten könnte, aber natürlich nicht die idealen Fotovoraussetzungen.

 

In dem glasklaren, da extrem nährstoffarmen Wasser der Seen, können wir etliche Fische beobachten. Zumeist sind es Rotfedern, aber wir entdecken auch einen kapitalen Hecht von beeindruckender Größe. Wir folgen den sehr guten Wegweisern zum Fähranleger (P3, rd. 2 km) um mit dem Elektroboot über den Kozjak See zu fahren. Bei warmem Wetter bestimmt eine gemütliche Seefahrt, aber heute mummeln wir uns in unsere Jacken und sind froh, als wir am Anlegepunkt P2 den Weg Nr. 10 (rd. 3 km) entlang der Oberen Seen in Angriff nehmen können. Der Wald hat eine sehr schöne, teilweise intensiv rote Herbstfärbung - Indian Summer in Plidvice - und langsam wird auch das Wetter etwas besser.

Die Wege führen uns von einem herrlichen Aussichtspunkt zum nächsten und Ute macht jede Menge Fotos. Jeder einzelne dieser Wasserfälle wäre in einer anderen Umgebung das Highlight des Tages gewesen und so können wir uns nur schwer entscheiden, welche Bilder wir Euch hier vorstellen sollen.

 

Am Ende des Weges Nr. 10 erreichen wir die Bahnstation und fahren mit der von einem Unimog gezogenen Kleinbahn zurück bis zur Station 2 (Nähe Fähranleger P1).

Da wir noch „gut zu Fuß“ sind, entschließen wir uns den Kozjak See diesmal nicht mit dem Schiff sondern über Weg Nr. 8 (rd. 2 km) zu Fuß zurückzulegen.

Hier kommen uns kaum Touristen entgegen und wir genießen den malerischen Waldspaziergang entlang des Sees. Über Weg Nr. 2 ( rd. 1,7 km), den wir schon in der anderen Richtung begangen haben, gehen wir noch einmal Richtung Veliki slap.

Mittlerweile ist es aber recht voll geworden und wir laufen eindeutig gegen die allgemeine Marschrichtung, was nicht so angenehm ist. Glücklicherweise hatten wir diesen Weg heute morgen fast für uns allein.


Auch am großen Wasserfall ist es jetzt sehr voll geworden und wir beobachten mit einem Schmunzeln die vielen japanischen Touristen, die mit ihren Selfie-Sticks vor allen Sehenswürdigkeiten posieren. Da diese Menschenmassen nicht so unser Ding sind und langsam auch die Socken qualmen, machen wir uns auf den Rückweg zum Sprinter, der auf dem großen und inzwischen rappelvollen Parkplatz auf uns wartet (Parken für Womo´s 70 Kuna/Tag; keine Übernachtung möglich!). Wir sind froh, in der Nebensaison hier zu sein und können uns kaum vorstellen, was hier in der Hauptsaison wohl los ist.

Eher mehr zufällig sind wir auf Informationen zu dem kleinen Ort Rastoke gestoßen. Dieser wird auch „Klein Plidvice“ genannt und ist nur rd. eine Stunde von Plitvicka jezera entfernt. Am Morgen begrüßt uns strahlender Sonnenschein und wir machen uns zügig auf den Weg nach Rastoke. Kurz vor der großen Brücke sind auf der rechten Seite mehrere preisgünstige Parkplätze (ca. 1 Euro/Stunde; nur Münzen!).

Wir bleiben hier stehen und gehen zu Fuß hinab Richtung des alten Dorfes. Dort halten wir uns rechts, gehen über eine kleine Brücke und können dann am Fluß Korana entlang der Abbruchkante viele Wasserfälle anschauen. Das Ganze ist recht nett, erfüllt die von uns gehegten Erwartungen aber noch nicht.

Immerhin erhält die Aussage "Zimmer (Immobilie) mit fließend Wasser" eine ganz neue Bedeutung. Unter einigen der Häuser rauscht ungebremst ein Wasserfall hindurch. Früher für eine Mühle ja praktisch, heute aber zumindest mächtig laut.

Wir gehen wieder zurück und suchen nach einer Möglichkeit den "inneren Kern" des Ortes zu besuchen. Die Schautafel hilft auch nicht wirklich und einige kleine Gassen sind privat und gewähren keinen Durchlass. Irgendwo muss er aber sein, wir haben ja Besucher in dem Gebiet sehen können. Auf unserer Suche kommen wir an einem Haus vorbei, das im unteren Bereich noch Geräte aus seiner "Mühlenvergangenheit" ausstellt. Auf unsere Nachfrage werden für ein Foto 30 Kuna (rd. 4,30 Euro) verlangt. Das lassen wir dann lieber.

 

Kurz darauf erreichen wir eher etwas zufällig den Eingang zu einer Gaststätte (Pod Rastockim Krovon, www.slunj-rastoke.com) – so erscheint es uns zumindest auf den ersten Blick. Genaueres Hinsehen zeigt, dass man hier gegen Eintritt das dahinterliegende Gelände besichtigen kann.  Der Eintritt ist mit 30 Kuna/Person lächerlich gering für das, was geboten wird. Insbesondere, wenn man an den "Fotopreis" s.o. denkt.

Wir lösen ein Ticket – ja und dann sind wir in einer fantastischen Wunderwelt, die die bisher tollsten Wasserkaskaden, liebevolle Gartenanlagen, eine abenteuerlich zu begehende Höhle, atemberaubende Ausblicke an den Abbruchkanten der Wasserfälle, eine alte Mühle, ein museumsartig ausgestattetes Haus mit Alltagsgegenständen früherer Zeiten, einen Totempfahl aus den Dreharbeiten zu den Winnetoufilmen und ein sehr gemütliches Restaurant für uns bereithält.

 

Im Gegensatz zu Plidvice ist das alles auf überschaubarem Raum und wir kommen aus dem Staunen und fotografieren gar nicht mehr heraus.

Zudem ist es - ebenfalls im Gegensatz zu Plidvice - erfreulich leer hier. Die Zeit vergeht wie im Flug und zum Abschluß genießen wir noch einen hervorragenden Apfelstrudel mit Blick auf Teich und Wasserfall. So läßt sich´s leben!


Wir haben inzwischen ja schon jede Menge Wasserfälle gesehen, aber unser Bedarf an diesen Naturschönheiten ist wohl noch nicht gedeckt, denn wir beschließen uns zum Krka-Nationalpark aufzumachen, der diesbezüglich auch viel zu bieten haben soll.

Auf dem Rückweg machen wir spontan Halt an einem kleinen Platz direkt an der Kante zum Canyon des Flusses Zrmanja. Einen solchen Ausblick aus der Rückfahrkamera haben wir auch noch nicht gehabt. Wie war das noch? Heute stehen wir am Abgrund, morgen .... Nun wie auch immer – uns beeindruck das Panorama so sehr, dass wir spontan beschließen die Nacht hier zu verbringen. Irgendwie aber schon ein komisches Gefühl, wenn man aus dem Fenster schaut und es geht – gem. Internet – rd. 100 Meter in die Tiefe.

Thomas nutzt die abgelegene Lage um dem Kopter eine artgerechte Haltung zu ermöglichen und abends schauen wir uns fasziniert Bilder und Videos an. Dabei erschließen sich für uns erst so richtig die gewaltigen Ausmaße der Natur um uns herum. Für Karl-May-Fans vielleicht interessant zu wissen, dass eine andere Schleife des Zrmanja Canyons bei der Winnetou-Verfilmung zum Rio Pecos mutierte.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Skradin, da hier der beste Eingang zum Krka Nationalpark seien soll. Die Landschaft durch die wir fahren ist nicht besonders spannend und so sind wir froh, als wir endlich Skradin erreichen. Hier versucht jeder ein Stück vom "Kuchen" der Krka-Besucher abzubekommen. In dem Schilderwald am Straßenrand ist kaum mehr auszumachen, was offiziell bzw. privater Kommerz ist. Wir fahren auf einen groß als kostenfrei angekündigten Parkplatz um uns überhaupt zu orientieren. Schon steht ein etwas gelangweilt wirkendes Mädel neben uns und erklärt, dass Übernachten leider nicht geht, parken zwar umsonst ist, aber zu einem Menü in der ggü. liegenden Gaststätte verpflichtet.

Nee – so nicht! Dann fahren wir lieber weiter zum CP Marina, den wir uns schon vorher ausgesucht haben. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem sehr großen Parkplatz vorbei (rd. 1,40 €/Stunde für Womo´s, parken nur tagsüber), der ganz nah an der Anlegestelle der Schiffe zum NP liegt. Rd. 1 km weiter ist ein weiterer Eingang in den NP. Von hier soll ein schöner Wanderweg zu den Wasserfällen führen.

Wir fahren ersteinmal zum dem CP und wollen diesen Tag nutzen, einen Überblick über den NP Krka zu bekommen. Dieser erschließt sich uns nämlich bei weitem nicht so einfach, wie das in Plidvice oder Rastoke der Fall war.

 

Unser CP bietet eine Tagestour an.

Für rd. 55 Euro/Person soll es zum Skradinski buk (dem imposantesten Wasserfall mit genialen Kaskaden) gehen, dann weiter mit dem Boot zur Klosterinsel Visovac und anschließend zum Kaskadengebiet um den Roski slap.

Dort gibt es dann Mittagessen und danach wird das Kloster Krka besichtigt. Anschließend folgt noch eine Fahrt zum Manojlovac.

Wir recherchieren die Eintritts- und Schiffpreise und kommen zu dem Schluss, dass der Preis nicht gerade als günstig zu betrachten ist. Ausschlaggebend ist für uns aber, dass wir uns ungern von anderen das Tempo und die Verweildauer einer Besichtigung vorgeben lassen. Und alle die zum Teil rd. 18 km auseinanderliegenden Gebiete an einem Tag abzuklappern, halten wir auch nicht für eine gute Idee. Also entschließen wir uns für einen Alleingang und fahren am nächsten Morgen zum großen Parkplatz am Hafen von Skradin. Da wir von einem schönen Wanderweg entlang der Krka gehört haben, nehmen wir nicht den Weg zum Hafen und von dort aus mit dem Boot, was im Kartenpreis enthalten wäre, sondern gehen rd. 1 km zum nächsten Parkeingang und besorgen uns dort Karten für 3 Tage. Diese können wir innerhalb von sieben Tagen nutzen, d.h. also auch mal ein oder zwei Tage Pause machen. Die Dreitageskarte (230 Kuna/Person ca. 30 Euro) bringt uns einen Rabatt von ca. 25 % und wir machen uns guten Mutes auf den als wunderschön beschriebenen, rd. 4 km langen Wanderweg zum Skradinski buk.

 

Das Wetter ist toll, die Felsenlandschaft entlang des Flusses Krka ebenfalls und nach geraumer Zeit hören wir ein immer lauter werdendes Rauschen, dass uns verrät, dass wir unserem Ziel immer näher kommen. Mittlerweile haben wir auch registriert, dass dieser Weg (vom NP-Eingang bis zum Schiffsanleger im NP) mit Fahrrädern befahren werden kann. Das wäre mit den E-Bikes durchaus eine interessante Alternative gewesen.

 

All diese Gedanken finden ein abruptes Ende, als der Skradinski buk in Sichtweite ist. Ein Wasserfall wie aus dem Bilderbuch und eindeutig der imposanteste, den wir jemals gesehen haben. Wir folgen einem Steg über den Fluss, von dem sich eine herrliche Aussicht auf den Skradinski buk bietet. Es ist nicht die reine Fallhöhe, die diesen Wasserfall so imposant macht, sondern die vielen Kaskaden und kleineren Wasserfälle, die als ganzes einfach unglaublich schön sind.

 

Um den Skradinski buk mit seinen 17 Kaskaden, die sich in einer Länge von 800 Metern hinziehen führt ein 1,9 km langer Pfad, der den Besuchern die Möglichkeit gibt, das ganze Gebiet aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Wir empfehlen, hierzu die kostenlosen Prospekte des NP, die auf dem Camping bzw. am NP-Eingang zu erhalten sind, genau zu studieren.

 

Die folgenden 2 Stunden verbringen wir mit staunen, fotografieren, filmen und staunen, fotografieren, filmen und .....

In einem kleinen Dörfchen aus dem 19. Jh. sind Wassermühlen, eine Schmiede und eine Wäscherei erhalten geblieben und dienen nun zur Ethnopräsentation. Sehr interessant fanden wir die uralte und immer noch bestens funktionierende "Waschmaschine". Einen großen, runden Steintrog, in den das Wasser so geleitet wird, das es als Wirbel kreist und durch Löcher nach außen abfließt. Die Wäsche wurde einfach hineingestopft und später sauber wieder herausgeholt – nicht viel anders als heute, aber absolut energieneutral und wartungsfrei. Und das seit so langer Zeit!

Am Nachmittag sind wir dann doch etwas fußlahm und greifen deshalb dankbar auf die Möglichkeit zurück, mit einem der stündlich fahrenden Schiffe wieder zum Hafen von Skradin zurückzukehren. Den Rest des Tages verbringen wir mit dem Verarbeiten unserer Eindrücke und der Planung für den kommenden Tag.

Da das Wetter immer noch wunderbar ist und wir nicht wissen, wie lange das anhält, beschießen wir unseren zweiten Nationalpark-Tag am Roski slap zu verbringen. Unser erstes Ziel ist ein Parkplatz am Ufer der Krka, von dem wohl auch eine Fähre zur Klosterinsel Visovac übersetzt. Die Aussicht auf das Inselchen ist hübsch, aber über den Viscovacer See hinweg hören wir das Geschnatter der vielen mit dem Boot dort abgeladenen Touristen. Das hält uns davon ab dorthin überzusetzen und außerdem fallen Kirchen und Klöster auch nicht so ganz in unser bevorzugtes Beuteschema.

 

Von hier beginnt aber auch ein Lehr- und Spazierpfad (Stinice – Roski slap – Ozidana pecina, in der Karte rot markiert) von 8,5 km Länge, den wir gerne in Angriff genommen hätten. Leider handelt sich aber nicht um einen Rundweg und wir haben auch keine Möglichkeit gefunden, hierhin zurückzukommen. Eine Schiffspassage Roski slap – Stinice wird unseres Wissens nach nicht angeboten. Unsere Rückfrage bei den Parkrangern ergab, dass der Pfad nicht fahrradtauglich ist.

 

Also fahren wir mit dem Sprinter weiter bis zur Rezeption am Roski slap (N43°54´15.42´´ E15°58´39.16´´) und bekommen dort einen hervorragenden und kostenlosen Parkplatz zugewiesen. Wie das? Ganz einfach – hierhin kommen 99% der Touristen per Schiff oder Bus. Also lohnt sich eine Parkplatzbewirtschaftung für die ohnehin überschaubaren Flächen wohl nicht.

Dann beginnen wir den rd. 1,5 km langen Rundgang um das Kaskadengebiet (hinter der Rezeption gelegen). Die Krka hat hier einen tiefen Canyon gebildet, der sich V-förmig öffnet. Der Barrierenbeginn setzt sich aus einer Reihe kleinerer Kaskaden zusammen, die aufgrund ihrer Form auch "Halsketten" genannt werden. Nach der Passage der Halsketten stürzt die Krka aus 15 Metern Höhe in den Visovacer See. Diesen Wasserfall kann man aber nur vom Schiff oder einem Aussichtspunkt am Museumsdörfchen sehen (vor der Rezeption gelegen).

 

Der Rundgang ist sehr schön, direkt zwischen den steilen Canyonwänden und den kleinen Wasserfallkaskaden. Diese haben aber jetzt im Herbst wohl bei weitem nicht so viel Wasser wie im Frühjahr und somit ist der Eindruck auch nicht so spektakulär wie auf den Bildern in den NP-Prospekten. Das gilt auch für Plidvice und Rastoke. Die beste Besuchszeit mit der eindruckvollsten Optik dürfte das Frühjahr sein.

 

Nach rd. 150 Metern kann man den Rundweg verlassen und recht steil auf nicht weiter befestigtem Untergrund den Hang erklimmen. In der Hoffnung ein gutes Bild von oben zu bekommen tun wir das auch – jedenfalls zum Teil. Denn dann wird uns klar, dass die Aussicht nicht so gewaltig ist, dass es sich lohnt diesen Aufstieg weiter zu verfolgen. Laut Karte (gelb markiert) endet dieser Pfad an einer Straße.

Zurück auf dem Rundweg zweigt nach weiteren rd. 200 Metern ein kurzer Weg ab, der zu einer ellenlangen Holztreppe hinauf zu der Höhle Ozidana pecina führt. Am Fuß der Treppe belehrt uns ein Schild, dass es von hier bis zur Höhle 517 Stufen hat. Es ist aber auch ersichtlich, dass oberhalb der Höhle ein Parkplatz liegt. Von diesem führen 99 Stufen zur Höhle hinab. Das erscheint uns sinnvoller und wir nehmen uns vor später dorthin zufahren.

Nachdem wir den Rundgang beendet haben, gehen wir zu dem kleinen Museums- und Gastronomiedörfchen, an dem auch die Ausflugsschiffe anlegen. Hier wird nichts gezeigt, was wir beim Skradinski buk nicht auch gesehen hätten, aber wir haben einen Blick auf den letzten und auch einzigen, größeren Wasserfall. Nett – aber unspektakulär im Vergleich mit dem Skradinski buk. Aber wir sind ja auch schon ganz schön "Wasserfall-verwöhnt". 


Kurz darauf machen wir uns wieder auf den Weg und finden in der Nähe der Siedlung Bogatici Miljevacki recht einfach den gesuchten Parkplatz. Von dem großen, gänzlich leeren Platz führt eine ca. 800 Meter lange Piste durch die Maccia bis zu den Treppen. Trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit (Mitte Oktober) brennt die Sonne ganz ordentlich. Wir steigen die Treppen zur Höhle hinab – es sind exakt 99 – und stehen zu unserem Erstaunen vor einem Ranger, der den Höhleneingang "bewacht". Nachdem wir unsere Karten vorgezeigt haben geht es in die Höhle hinein.

 

Nun was sollen wir sagen? Die Höhle ist tunnelartig und zieht sich bei einer Breite von ca. 6 Metern rd. 59 Meter in den Fels hinein. Im hinteren Teil ist ein kleiner Bereich mit Tropfsteinen, ansonsten ist die Höhle wohl trocken geblieben. Was uns insbesondere zu der Höhle gelockt hat, war ein Bild im NP-Prospekt, dass einen gewaltigen, nach oben führenden und interessant beleuchteten "Schornstein" über dem im Vergleich winzig wirkenden Besuchersteg zeigt. Leider sieht die Wirklichkeit viel, viel unspektakulärer aus. Unsere Frage, ob wir den Schornstein auf dem Bild verpasst hätten, beantwortet der Ranger leicht verlegen mit " geschicktes Foto". Ja – so kann man das auch ausdrücken.

 

Unser Fazit: Die Höhle kann man sich anschauen, muss es aber nicht. Trotzdem gibt es einen Grund, unbedingt hierhin zukommen und der liegt ein paar Stufen tiefer. Dort erreicht man nämlich eine Ebene, die eine fantastische Aussicht auf das ganze Tal und die "Halsketten" bietet. Diese Aussicht ist spektakulärer, als der ganze Rundweg um den Roski slap und lohnt den etwas aufwendigen Weg dorthin.

Zurück am Sprinter machen wir Mittagspause und freuen uns, wie erfrischen kühl doch unsere Kabine geblieben ist.

 

Eigentlich hatten wir uns den Manojlovacer Wasserfall für morgen aufheben wollen, da wir dachten am Roski slap mehr Zeit zu verbringen. Jetzt disponieren wir um und beschließen den Manojlovacer noch heute aufzusuchen.

 

Also fahren wir weitere 22 km – teilweise durch atemberaubendes Bergpanorama – bis wir auf einer Wiese landen, die wohl als improvisierter Parkplatz dient. Von hier kann man über einen rd. 300 Meter langen Pfad den Aussichtspunkt erreichen, der einen Blick auf den Manojlovacer bietet.

 

Er ist mit einer Gesamthöhe von rd. 59 Metern der höchste Wasserfall der Krka. Seine höchste Barriere ist rd. 32 Meter hoch. Leider kommt das alles nicht ganz optimal zur Geltung. Das liegt zum Einen daran, dass die Barrieren – zumindest bis auf die Letzte – fast vollständig unter dichtem Baumbestand verschwinden. Zum Anderen liegt der Aussichtspunkt viel höher als die letzte Barriere und ist durch eine weite Schlucht von ihr getrennt. Hinzu kommt, dass dem Wasserfall durch das nahegelegene Wasserkraftwerk Wasser entnommen wird, so dass er derzeit " auf halber Kraft" läuft und gem. Prospekt im Sommer teilweise wohl sogar ganz trocken ist.

 

Da dieser Punkt mit Ausflugschiffen nicht zu erreichen ist und der Weg von den Bussen wohl auch nicht genommen wird, ist es hier absolut einsam. Es ist auch kein Ranger vor Ort, der eine Eintrittskarte kontrollieren möchte. Diese absolute Einsamkeit nutzt Thomas für einen Ausflug mit dem Kopter. Kein einfaches Gelände für einen Flug, da die Entfernungen schwer einzuschätzen sind, aber der Kopter kommt heile wieder zurück und bringt sehr schöne Aufnahmen vom Wasserfall mit.

Auch der nächste Morgen begrüßt uns mit strahlend schönem Wetter und wir beschließen unseren dritten Tag im Krka Nationalpark noch einmal am Skradinski buk zu verbringen. Hier hat es uns eindeutig am besten gefallen und wir wählen die Besuchszeit so, dass wir durch andere Lichtverhältnisse noch einmal neue Perspektiven bekommen. Bei aller Entdeckerfreude macht es durchaus auch Spass, einen schon bekannten Ort noch einmal aufzusuchen. Die positiven Eindrücke können sich verstärken und man entdeckt doch immer noch etwas Neues, dass einem beim ersten Mal entgangen ist. Später am Tag schauen wir uns noch die Altstadt von Skradin an, die teilweise noch recht ursprünglich und noch nicht vollständig vom Tourismus eingenommen ist. Ganz in der Nähe des Hafens ist in einem neuen, modernen Gebäude auch eine Informationszentrum des Nationalparks untergebracht, in dem man sich hervorragend über den gesamten NP informieren kann.

 

 

Unser Fazit zum Krka Nationalpark:

  • Absolut sehenswert!!!

  • Das Highlight ist der Skradinski buk und der um ihn herumführende Wanderweg.

    3,5 – 4 Stunden sollten für den Skradinski buk eingeplant werden.

  • Wer wenig Zeit hat, kann den Vormittag für den Skradinski buk und den Nachmittag für den Roski slap vorsehen. Den Manojlovacer kann man auch auslassen.

  • Wer auch die Klöster sehen will, gerne Schiff fährt und die Wanderwege nicht alle erkunden möchte, ist ggf. auch mit den "Eintages-Standardtouren" gut bedient.

  • Mittag ist die beste Zeit für Fotos, da dann kaum Schatten auf den Wasserfällen ist. Allerdings haben auch Fotos im Gegenlicht ihren Reiz.

  • Die beste Jahreszeit für einen Besuch ist das Frühjahr, wenn die Flüsse viel Wasser führen und die Barrieren gut zur Geltung kommen.

 

Schweren Herzens beenden wir unsere "Wasserfalltour" und machen uns über Zadar auf nach Nin. Es war wunderschön und wir haben so viel geplant, erforscht und erlebt, dass wir uns jetzt ein ruhiges Plätzchen zum ausspannen wünschen, um den vielen neuen Eindrücken die Gelegenheit zu geben sich zu setzen.

 

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