05.11. - 14.11.17 Spanien

mit den Stadtbesichtigungen Toledo + Cordoba

Auf unserem Weg nach Süden erreichen wir bei Le Pertus Spanien und machen Strecke bis zu Tordera. An dem dortigen Park de Prudenci Bertrana ist ein kostenfreier Wohnmobilstellplatz mit Entsorgung. Da es Ute nicht so gut geht, suchen wir nicht lange rum, sondern machen dort Station. Am Sonntagmorgen rollen plötzlich diverse Busse an und die Insassen strömen in Richtung Stadt. Wir sind neugierig und strömen hinterher. Ursache für den Besucherandrang ist eine Art Krammarkt – aber mit gewaltigem Umfang.

Die Straßen der Stadt und ein großer Platz davor sind voller Stände, die Bekleidung, Schuhe, Taschen, Haushaltsgegenstände, Hühner, Gemüse etc. verkaufen. Wir staunen über die Preise. Es gibt Pelzmäntel und Lederjacken (neu!) für 10€. Wie kann so etwas möglich sein?

 

Wir kaufen für 0,50 € einen Trichter, um beim nächsten Mal das Ad-blue ordentlich einfüllen zu können. Der Trick mit der halbierten PET-Flasche hat nämlich nicht so gut geklappt, da der Flaschenhals den gleichen Durchmesser wie der Einfüllstutzen hat.

Am nächsten Tag geht es weiter über die super ausgebaute und kostenfreie C25 nach Lleida. Die Landschaft durch die wir fahren ist sehr abwechslungsreich und interessant anzuschauen.

 

In Lleida machen wir zwei Tage Station auf einem riesigen Parkplatz am Stadteingang zwischen Media-Markt, Decathlon und einem nagelneuen Einkaufsmarkt. Von hier aus ist es zu Fuß nicht weit bis zur Altstadt und wir machen uns auf zur Besichtigung der Burganlage, die wir von unserem Parkplatz aus sehen können.

 

Der Aufstieg zu der hochgelegenen Burg ist nicht leicht zu finden, da der interessant geschwungene Neubau des Palau de Justitia auf imposanter Länge davor liegt. Wir halten uns links, da wir dort einen Turm mit Aufzug sehen. Leider ist er nicht in Betrieb und wir folgen einem Fußweg den Berg hoch. Oben angekommen sehen wir große Parkplatzflächen. Es wäre wohl auch kein Problem gewesen hier mit dem Sprinter hochzufahren. Aber wir wollen ja mehr Bewegung!

Die Größe und Schönheit der Gesamtanlage überrascht uns sehr positiv. Durch drei Festungstore müssen wir gehen, bis wir den Innenbereich mit dem Castilo del Rey und der etwas tiefer gelegenen Catedral Antigua erreichen. Beide können auch von innen besichtigt werden. Nur leider sind wir zu früh und haben keine Lust zwei Stunden zu warten, bis die Anlagen um 15 Uhr wieder geöffnet werden. Auch ohne Innenbesichtigung ist es sehr interessant sich hier umzusehen. Hinzu kommt ein grandioser Ausblick auf Lleida und Umgebung.

Der Bahnhof mit seinem Prunkgebäude sieht von hier oben aus wie aus einer Modellbahnanlage entnommen.

An der Seite der Catedral Antigua haben wir durch ein mächtiges Eisengittertor einen wunderschönen Blick auf den dahinterliegenden Innenhof mit Wandelgang. Ein Bild wie aus dem Roman „Der Name der Rose“ von Umberto Eco.

Später streifen wir noch durch die weihnachtlich geschmückten Straßen der Altstadt und dann geht es wieder zurück zum Sprinter.

Weiter geht es auf der N-II nach Zaragoza. Dort fahren wir den CP Municipal an. Ein Rundgang über das Gelände kann uns aber nicht überzeugen. Es ist kalt und windig und die Duschräume sind nicht beheizt. Das lädt nicht zum bleiben ein. Also lassen wir Zaragoza links liegen und machen uns auf der A2 Richtung Madrid weiter auf den Weg. Die Landschaft wechselt in schneller Folge von wüstenartig zu bergig in allen Varianten. Eigentlich schade, hier so schnell durchzureisen, aber uns sitzt das Wetter und die späte Jahreszeit im Nacken. Kurz nach erreichen der Comunidad de Aragon sehen wir hinter einer kleinen Bergkuppe plötzlich jede Menge Geier kreisen. Es sind weit über 100 Vögel. Auf unseren Bildern konnten wir sie annäherungsweise zählen, auch wenn sie auf den Fotos eher wie Mücken aussehen.

Leider finden wir auf den nächsten Kilometern keine Ausfahrt, um uns das Spektakel aus der Nähe anzuschauen. Unsere Internetrecherche ergibt, dass seit 2011 in Spanien wieder Tierkadaver, Schlachtabfälle etc. auf speziellen Plätzen „Geier-entsorgt“ werden dürfen. Das hat für die Ausbreitung der eindrucksvollen Vögel gesorgt und wir werden sie auf unserer weiteren Reise noch häufiger sehen.

Unser Ziel ist Toledo, aber kurz hinter Madrid reicht es uns für diesen Tag und wir nehmen spontan eine Ausfahrt. Der große Parkplatz am Friedhof von Yunkler wird unser Übernachtungsplatz.

 

Am 09.11. erreichen wir Toledo und fahren zum CP El Greco. Der liegt direkt am Rio Tajo und ist 1,8 km von der Puenta de San Martin entfernt. Diese mit ihren Wehrtürmen sehr schöne alte Brücke führt ganz in der Nähe des unbedingt sehenswerten Klosters San Juan de los Reyes in die Altstadt von Toledo. Es gibt aber auch eine Busverbindung vom CP in die Altstadt.

Der CP überrascht uns positiv. Die Duschräume sind beheizt und sauber und aus den Wasserhähnen der „Waschküche“ kommt kochend heißes Wasser – ideal zum Wäsche waschen. Wifi ist im Preis von 20,55 €/Tag enthalten und auf unserem Platz direkt hinter den Sanitäranlagen sehr gut zu empfangen und außerdem sehr schnell. Bäume spenden Schatten, sodass unsere Solaranlage nicht gut arbeitet, wir aber mit unserer Batteriekapazität sehr gut auskommen und nicht an Landstrom müssen. Auch das Leitungswasser hat gute Qualität und wir füllen unsere Tanks wieder auf.

Mit unseren Rädern fahren wir am nächsten Morgen in die Altstadt und lassen uns einfach treiben. Der Altstadtbereich ist nicht sehr groß und die Sehenswürdigkeiten sind gut ausgeschildert. Man kann sich in den vielen engen Gassen zwar verlaufen, findet die Orientierung aber schnell wieder. Trotzdem ist der Stadtplan, den wir vom CP erhalten haben hilfreich, insbesondere da auf seiner Rückseite die Öffnungszeiten und Eintrittspreise der bekanntesten Sehenswürdigkeiten aufgeführt sind.

Durch die Lage der Stadt auf einer vom Rio Tajo halbinselförmig eingeschlossenen Bergkuppe, ist die Altstadt von Toledo sehr dicht und eng bebaut. Manche der schmalen Gassen erinnern uns an Marokko.

Freie Plätze gibt es nur sehr selten und so freuen wir uns, als wir auf der Plaza del Conde ( bei der Kirche Santo Tome) ein schönes Restaurant mit sonnigen Plätzen finden. Da die Nachttemperaturen so um die 5 Grad liegen, braucht es trotz des strahlenden Sonnenscheines etwas, ehe sich die Luft aufwärmt und wir genießen den sonnigen Platz sehr. Anschließend machen wir uns auf zum Klosters San Juan de los Reyes. Ganz besonders gut gefällt uns der Innenhof mit den prächtigen Kreuzgängen. Die obere Etage war früher nur dem Königshaus zugänglich, glücklicherweise ist sie heutzutage ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich.

Unser Stadtplan weist einen „Natur Trail“ am Fuß der Stadt für Radfahrer und Wanderer aus. Nachdem wir ihn mit unseren Rädern absolviert haben, würden wir ihn eher für Fußgänger empfehlen. Zum Einen, da er an zwei Stellen Treppen aufweist, zum Anderen da er teilweise extrem schmal ist. Wir haben Glück und kaum „Gegenverkehr“. Einen Blick auf die Stadt bietet er nicht, da er zu eng am Berg liegt, aber man hat schöne Ausblicke auf die Schlucht des Tajo. Grundsätzlich kann man auch innerhalb der Altstadt Rad fahren, aber das sehr holperige Pflaster schüttelt einen schon gut durch.

 

Am nächsten Tag radeln wir noch einmal in die Altstadt und stöbern in einigen Bereichen, die wir gestern noch nicht erkundet hatten. Die weißen Säulenbögen der Synagoge Santa Maria la Blanca geben uns einen Vorgeschmack auf Cordoba.

 

Es hat ja jede Stadt so ihre Spezialitäten und in Toledo sind das Schwerter und Dolche. Jeder, aber wirklich jeder Andenkenladen hat Mengen davon im Angebot und das meist zu durchaus gehobenen Preisen. Da wir nicht einen einzigen Touri mit Schwert spazieren gehen sehen, fragen wir uns, wie das Geschäftsmodell wohl aufgeht.

Am frühen Nachmittag machen wir uns zu einer Radtour auf der anderen Seite des Tajos auf.


Wir umrunden die dem Tajo zugewandte Stadtseite auf der gut geteerten Calle Carreras de San Sebastian und wechseln über die Puente de Alcantara auf die andere Flußseite. Anschließend radeln wir die steile Straße zum Castillo de San Servando hoch.

 

Es beherbergt eine Jugendherberge und ist nicht zu besichtigen. Also rollen wir den Berg wieder runter und folgen der Uferstraße Paseo de la Rosa. Diese ist teilweise mit einem abgetrennten Radweg versehen, teilweise kann auch auf dem Bürgersteig gefahren werden. Entlang der Strecke bieten sich immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Altstadt und es gibt auch zahlreiche kleine Parkplätze an den besten Aussichtspunkten. Allerdings werden diese auch von Bussen belegt, die Touristen zu diesen Aussichtspunkten kutschieren. An diesen Stellen wimmelt es dann von Touri´s, die für 5 Minuten und ein schnelles Selvie den Bus verlassen dürfen. Abseits dieser Plätze ist es ruhig und wir steigen immer wieder vom Rad um die Aussicht und die uns den Rücken wärmende Sonne zu genießen.

Nach so viel „Stadt“ zieht es uns in die Natur und wir beschließen, den Nationalpark Cabaneros anzusteuern. Wir folgen der CM-403 und fahren durch eine fast steppenartig anmutende Landschaft, die überwiegend aus großflächigen, aber kargen Weiden mit lockerem Baumbestand besteht. Am Stausee El embalse de Torre de Abraham machen wir eine kurze Pause. Dann fahren wir weiter nach Pueblo Nuevo de Bullaque, wo sich ein Besucherzentrum des Parkes befinden soll. Die Suche nach diesem erweist sich aber als gar nicht so einfach. Am Beginn des Örtchens führt ein Hinweisschild auf einen holperigen Feldweg. Wir erkunden die Gegend lieber erst mal zu Fuß und Fuß, sehen mehrere Kranichschwärme am Himmel kreisen, aber von einem Besucherzentrum keine Spur.

Kurz hinter dem Feldweg ist dann ein weiteres Hinweisschild, das uns auf eine schmale Teerstraße ins Nirgendwo führt. Schon als wir glauben, dass wir hier absolut falsch sind, sehen wir das einsam gelegene Besucherzentrum.

Es kommt zwar gerade ein Sprinter mit einigen Besuchern von einer Tour durch den NP zurück, aber das Zentrum ist geschlossen (Mittagspause?). Ein befahren des Nationalparks mit eigenem Fahrzeug ist zumindest von hier aus nicht gestattet. Da alle Infotafeln nur auf spanisch beschriftet sind, führt uns das auch nicht weiter. Eine Tour mit nur spanisch sprechendem Guide durch eine Landschaft, die wir die letzten Stunden auch so schon hatten, erscheint uns nicht so spannend und so fahren wir nach einer kleinen Pause weiter.

Ein paar Kilometer weiter sehen wir ein paar Geier und halten am Straßenrand an. Die großen Vögel kreisen kurz über uns, entscheiden sich dann aber dafür, dass wir wohl nicht nahrhaft sind und fliegen zügig weiter.

 

Unser Weg Richtung Cordoba führt uns über Alcoba und über die CR-7212 und CM-4103 in die Berge. Kurz nach Arroba de los Montes erreichen wir nach einer Passhöhe eine Stelle mit fantastischem Panoramablick. Vor uns liegt eine weite Ebene mit einer Schleife des Rio Guadiana, hinter dem das Dörfchen Puebla de Don Rodrigo liegt. Wir haben sozusagen einen 270 Grad Rundumblick, aber das spektakulärste, sind die steilen Felsenklippen direkt unter uns. Worte können es kaum wiedergeben und leider auch die Bilder nicht, da einfach die Größendimension fehlt. Wir beschließen an diesem herrlichen Platz zu bleiben, nehmen unsere Stühle, setzen uns vor den Sprinter in die Sonne und genießen einfach nur die Aussicht. Die kleine Straße in unserem Rücken ist kaum befahren und stört überhaupt nicht.

Am nächsten Morgen haben wir beim Frühstück noch die Aussicht auf die tief in den Tälern unter uns hängenden Nebelschwaden und die schon im vollen Sonnenlicht liegenden Felsenklippen. Dann geht es weiter über die CM-4103 zur N-430. Hier erreichen wir die Comunidad de Extremadura. Unterwegs sehen wir zweimal größere Geierschwärme über landwirtschaftlichen Gehöften kreisen. Dort befinden sich mit Sicherheit Futterplätze, aber sie sind für uns nicht zu erreichen, da die langen Zufahrten zu den abseits gelegenen Höfen hier grundsätzlich mit Toren versperrt sind.

In Puebla de Alcocer folgen wir der EX-322, die uns zum Stausee Embalse de la Serena bringt. Dieser hat mit dem Cerro Masatrigo eine Besonderheit, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Mitten im Stausee ragt ein kreisrunder Berg aus dem Wasser, um dessen Fuß herum eine Straße führt. Wir halten ein einem kleinen Parkplatz und machen uns auf zur Bergbesteigung.

Auf einem kleinen Trampelpfad geht es in Serpentinen einen rd. 700 Meter langen Pfad hinauf zum Gipfel. Dabei werden rd. 110 Höhenmeter zurückgelegt ( von 360 Metern auf 470 Meter). Wer es bequemer mag, der kann den Berg auch auf 1/3 Höhe umkreisen.

Der Rundweg ist rd. 2,5 km lang und hat nur wenig Höhenunterschied. Wir entscheiden uns für den Gipfelsturm und werden mit sehr schönen Aussichten auf die Umgebung belohnt.

 

Nach dieser sportlichen Einlage setzen wir uns am Sprinter in die Sonne, schauen auf den Niedrigwasser führenden Stausee und stärken uns mit einem kleinen Mittagsimbiss. Dieser Platz würde sich auch sehr gut zu einer Übernachtung eignen, aber für uns ist es noch zu früh am Tag und so fahren wir weiter nach Cordoba.

In Cordoba angekommen, steuern wir einen Parkplatz am Rand der Altstadt beim Parque Cruz Conde an. Hier können auch Wohnmobile über Nacht bleiben und es gibt eine Ver-/Entsorgung. Der Preis ist mit rd. 11,-- Euro / Tag günstig und der Platz liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Alcazar und dem Rio Guadalquivir entfernt. Im hinteren Bereich ist die Straße nachts kaum noch zu hören. Lauter ist das Käutzchen, das ausdauernd am rufen ist.

Wir müssen nur die Straße überqueren und können schon durch die Puerta de Sevilla die Gassen der Altstadt betreten. Vorbei am Alcazar de los Reyes Cristianos schlendern wir zum Ufer des Guadalquivir. Dort ist ein altes, hölzernes Wasserrad, das jetzt von einer Familie Siamkatzen bewohnt wird. Überall hocken die niedlichen kleinen Kätzchen und etliche auf den tiefer liegenden Platz geworfene Katzenfutterverpackungen zeigen, dass hier wohl regelmäßig gefüttert wird.

 

Über die breite, nur Fußgängern vorbehaltene Puente romano überqueren wir den Fluss und haben einen schönen Blick auf die Altstadt mit der Mezquita. Diese umrunden wir auf dem Rückweg und bekommen einen ersten Eindruck von den Ausmaßen dieses gewaltigen Bauwerkes. Anschließen bummeln wir noch durch die erleuchteten Gassen des jüdischen Viertels, das mit seinen weißen Häusern so ganz anders aussieht als Toledo.

 

Es ist mit 16 Grad noch gemütlich warm, als wir zur „blauen Stunde“ am Fluß zurückgehen und die nun schön erleuchtete Brücke bewundern können. Die Beleuchtung zieht uns auch noch einmal in die Stadt und lässt uns ein weiteres Mal die Mezquita umrunden. Dann geht es „heim“ zum Sprinter und wir sammeln Kräfte für den morgen anstehen Stadtbummel.

Die Nacht war mit ca. 6 Grad recht frisch, aber die Sonne heizt am Morgen die Luft schnell auf. Unser Weg in die Altstadt führt uns an den königlichen Stallungen vorbei. Das Caballerizas Reales beherbergt jetzt eine Reitschule, die sich auf andalusische Reitvorführungen mit Flamencotanzeinlagen spezialisiert hat. Ute ist ja sowohl Pferde als auch Tanzfan, aber Bilder zeigen uns, dass quasi die gleiche Dressur gezeigt wird, die uns schon in Lipiza nicht wirklich gefallen hat (Kommentar s. dort). Tja - und einer Flamencotänzerin, die sich im Sand der Reithalle abmüht, können wir auch nicht so recht etwas abgewinnen.

Da konzentrieren wir uns doch lieber auf die berühmte Mezquita. Im Innenhof finden wir die Ticketverkaufstelle (10€/Person) und dann geht es an die Innenbesichtigung. Wir haben ja schon viele Fotos gesehen, aber der Live-Eindruck übertrifft alles. Die riesige Dimension der Säulengänge erschließt sich erst, wenn man hindurch schlendert und kaum ein Ende ausmachen kann. Plötzlich erhebt sich dann die christliche Kirche inmitten der maurischen Säulengänge. Diese Fusion ist schon ein sehr, sehr ungewohnter Anblick und wir können uns nicht so recht entscheiden, ob uns dass jetzt gefällt oder eher nicht. Die christliche Kathedrale wäre sicherlich auch an einem anderen Platz ein beeindruckendes Bauwerk und es wäre sehr interessant die Mezquita in ihrem ursprünglichen Zustand erleben zu können. Wie auch immer – ein sehr interessantes Erlebnis, bei dem es viel zu entdecken gab.

Anschließend besichtigen wir für 2€/Person den Glockenturm der Kathedrale, der quasi um das ehemalige Minarett herum gebaut wurde. Da immer nur 20 Personen gleichzeitig in den engen Turm gelassen werden, freuen wir uns mal wieder über den geringen Besucherandrang in der Nebensaison und können ohne Wartezeit aufsteigen. Das Treppensteigen wird mit einem sehr schönen Ausblick auf die Mezquita und die Altstadt von Cordoba belohnt.

 

Jetzt haben wir Hunger und suchen uns ein schönes Lokal mit dem typischen Patio in einer kleinen Seitengasse. Wir bestellen verschiedene Tapas und probieren uns durch die spanische Küche. Sehr lecker!

 

Anschließend suchen wir die Touristeninformation, was gar nicht so einfach ist. Schließlich finden wir sie sozusagen zwischen Mezquita und Fluss. Dort bekommen wir einen kostenlosen Stadtplan und schauen uns darauf nach weiteren Zielen um. Zuerst besuchen wir den Alcazar mit seinen recht schönen Gärten. Die Gesamtanlage ist durchaus sehenswert und den Eintritt von 4,50€/Person wert. Aber verwöhnt wie wir inzwischen sind, finden wir einstimmig, dass der Alcazar in Sevilla bei weitem sehenswerter ist. Und das gilt sowohl für die Gebäude als auch die Gärten!

Danach schlendern wir durch die Straßen, sehen etliche hübsche Patios, laufen mehr zufällig an den Resten des römischen Tempels vorbei, queren den Plaza de la Corredera, der uns mit seinen langgezogenen Arkadengängen und der darüber liegenden Wohnbebauung etwas an den Markusplatz in Venedig erinnert. Als Zufalls-Highlight am Wegesrand erweist sich das Posada del Potro, Centro Flamenco „Fosforito“ und zwar auch für Nicht-Flamenco-Interessierte, dass kostenfrei zu besichtigen ist. Besonders schön ist das alte, sehr schön restaurierte Gebäude und die Ausstellung zu seiner Entwicklung in verschiedenen Zeiten. Die Informationen zum Thema Flamenco beschäftigen sich vorrangig mit der Musik und bekannten Flamencomusikern. Das Thema „Tanz“ kommt nur am Rande vor.

 

Um das Zoco Municipal, ein Handwerks- und Künstlerzentrum in einem netten Gebäude mit Patio zu finden, müssen wir MapsMe aktivieren. Es liegt wirklich sehr versteckt in einer der schmalen Gassen! Hier wird cordobesisches Kunsthandwerk und nicht der ansonsten vielfach angebotene Touri-Kitsch verkauft. Die Preise sind aber auch entsprechend.

Mittlerweile ist es später Nachmittag und sowohl wir als auch unsere Füße sind ziemlich platt. Außerdem sind wir randvoll mit Eindrücken. Mehr passt einfach nicht in den Kopf und deshalb machen wir es uns den restlichen Abend im Sprinter gemütlich und legen die Füße hoch.


 

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