15.11. - 24.11.17 Spanien

incl. El Torcal, Lobopark Antequera und

Caminito del Rey

 Am 15.11. fahren wir nach Antequera, stocken dort unsere Vorräte auf und weiter geht es zum 15 km entfernten Nationalpark El Torcal. Dazu müssen wir uns ganz schön in die Höhe schrauben, den El Torcal liegt auf einer Höhe zwischen 1000 und 1300 Metern.

 

Über die kleine Landstraße 7075 erreichen wir kurz darauf die Abzweigung zum Parkeingang. Da wir heute aber einen Ruhetag eingeplant haben, fahren wir ca. 50 Meter weiter geradeaus und biegen dann nach rechts auf den großen, noch außerhalb des NP gelegenen Reserveparkplatz. Rechts von uns ragt ein gewaltiges Felsmassiv auf. Hoffentlich bleiben alle Steine wo sie hingehören. Auf der linken Seite haben wir einen fantastischen Fernblick. Mit 13 Grad ist es selbst um 21 Uhr noch erstaunlich warm.

 

Mitten in der Nacht bietet sich ein weiterer erstaunlicher Ausblick. Die Lichter der Häuser und Dörfer unter uns sind in einem weißen Wolkenmeer verschwunden. Wie ein Ozean reicht es fast bis an unseren Stellplatz und nur ein paar höhere Berge in der Umgebung bilden dunkle Inseln im weißen Wattemeer. Darüber funkeln die Sterne am wolkenlosen Himmel um die Wette. Ein surrealer Anblick, der sich am frühen Morgen bereits wieder aufgelöst hat.

Bereits um 9 Uhr fahren wir rd. 3km durch eine tolle Felslandschaft bis auf den Parkplatz des Besucherzentrums. Hier ist es noch sehr leer und wir staunen nicht schlecht, als wir auf den Felsen ganz nah am Parkplatz Steinböcke sehen. Ute ist in ihrem Element und geht sofort auf Fotopirsch.

 

Anschließend frühstücken wir erst einmal und informieren uns im Besucherzentrum über die Wanderwege. So nach und nach füllt sich der Parkplatz und spätestens als mehrere Busse mit spanischen Schulklassen ankommen, ist es erst einmal aus mit der Ruhe.

Nach einer Weile machen wir uns dann auch auf den Weg in die Felsenlandschaft.

 

Es sind zwei Rundwege ausgeschildert. Der Grüne ist 1.440 Meter lang (ca. 45 Min.). Der Gelbe geht über 2.750 Meter (2 Stunden). Da die Wege anfangs identisch verlaufen, brauchen wir uns nicht sofort entscheiden. Wir empfinden die Wanderung als sehr einfach und wählen an der Weggabelung deshalb den gelben Weg.  Dieser wird im späteren Verlauf etwas steiler, ist aber unproblematisch und ohne sportliche Höchstleistung zu bewältigen.

 

Es handelt sich um einen „natürlich gewachsenen“ Weg, mal mehr mal weniger felsig. Man sollte sich also nicht von den faszinierenden Steinmonumenten ablenken lassen. Jedenfalls nicht solange man sich in Bewegung befindet.

 

Verlaufen ist auch unmöglich, da die Steine auf den Wegen von den vielen Besucherschuhen schon ganz glatt und glänzend gescheuert wurden. Außerdem ist das sonst ganz helle Karstgestein von der an den Schuhen haftenden roten Erde eingefärbt – also unübersehbar gekennzeichnet.

Die Landschaft ist einfach grandios und immer wieder eröffnen sich neue, faszinierende Ausblicke. Nach einiger Zeit schaut mal wieder ein Trupp Geier vorbei, findet aber keine verwertbaren Touri´s und zieht deshalb zügig weiter.

 

Wieder zurück am Besucherzentrum gehen wir noch ca. 100 Meter zu dem Aussichtssteg, von dem man einen tollen Ausblick auf einige Felsformationen und die weit unten im Tal gelegene Landschaft hat.

 

Am späten Nachmittag machen wir uns nochmals auf den Weg, da wir den Abdruck eines im Prospekt abgebildeten Ammoniten suchen. Es soll – gegen die normale Wanderrichtung gestartet – nach rd. 100 Metern einen Abzweig geben. Da dieser aber wohl kaum begangen wird, finden wir ihn nicht auf Anhieb, sondern folgen einem der vielen „individuellen Neben-und Steinbockwege“ und erklimmen die „falsche“ Bergkuppe. Kein Ammonit zu finden, aber trotzdem ein toller Weg mit neuer, grandioser Aussicht. Im zweiten Versuche finden wir dann den richtigen Weg und oben auf dem Plateau nach etwas Suche auch den Ammoniten.

 

Zur „Nachtruhe“ rollen wir im Abendlicht den Berg hinab zu unserem Platz von letzter Nacht.

Am nächsten Morgen spüren wir doch die Folgen unserer gestrigen, langen Wanderung. Ute´s Knie schmerzt mal wieder und Thomas ist auf dem Rückweg vom Torcal leicht umgeknickt. Deshalb beschließen wir es heute ruhiger angehen zu lassen und fahren nach Antequera um unsere Vorräte aufzustocken.

 

Anschließend fahren wir zum Lobo Park Antequera. Ute hatte schon vor zwei Jahren von diesem Wolfspark gehört, in dem mehrere Wolfsrudel in extrem großen Gehegen gehalten werden. Hier wird Forschung betrieben, aber der Park ist auch Besuchern geöffnet und es werden Führungen angeboten. Unser Reiseführer hatte insbesondere die „Heul-Nacht“ hervorgehoben, in der die Besucher meist an Vollmondnächten, das Heulen der Rudel aus nächster Nähe erleben können.

 

Wir informieren uns auf der Homepage des Parks (http://www.lobopark.com) und lesen, dass es verschiedene Angebote von der „normalen“ Führung, der speziellen Fototour bis hin zur dreistündigen VIP-Tour gibt. Ute ist natürlich Feuer und Flamme für die Fototour – ja und dann kommt alles ganz anders, als gedacht und das im positiven Sinn.

Über eine Zufahrt, die durchaus Off-road-Ansprüche erfüllt, rollen wir langsam auf das Gelände und gehen zur Park-Info. Dort soll in wenigen Minuten eine der „normalen“ Führungen starten. Man versichert uns, dass der zurückzulegende Weg nicht weit ist.

Da Thomas Fuß empfindlich ist und wir keine Ahnung haben, wie weit eine der mehrstündigen Touren ist, entschließen wir uns dazu uns erst einmal mit der „normalen“ Führung zu beginnen (1,5 Stunden/11 €).

 

Diese Unterhaltung hat auch Daniel, der deutsche Inhaber des Parks, mitbekommen und bietet Thomas Hilfe in Form eines bewährten Kräuteröles – Beinheil genannt – an. Nun ja, schaden kann es ja nicht, also rauf damit. Zu Thomas großem Erstaunen, setzt die Wirkung sehr schnell ein und es macht ihm keine Probleme der Führung zu folgen.

 

Martina, eine sehr nette und kompetente Mitarbeiterin führt unsere Gruppe zweisprachig (spanisch/deutsch) zuerst durch den „Gnadenhof“. Hier leben etliche Tiere, die aufgenommen wurden, um sie vor einem üblen Schicksal zu bewahren, oder die verletzt zum Park gebracht wurden. Zwei borstige, schwarze Hängebauchschweine, Füchse, Ziegen, Pferde und sogar zwei Pfaue und eine Gans, die wohl eher als Geschenk für den Kochtopf übergeben wurde, jedoch das Glück hatte „an die richtige Adresse“ zu kommen und jetzt bei den Hühnern lebt.

Dann geht es zu dem Rundweg von dem die riesigen Wolfsgehege - der Park erstreckt sich über 400.000 qm – quasi fächerförmig ausgehen. An jedem Gehege wird Station gemacht und die Wölfe können selber entscheiden, ob sie erscheinen möchten oder nicht. Von Natur aus sind sie sehr scheu, hier aber – obwohl nicht domestiziert – sind sie aber an den Menschen gewöhnt. Da ab und zu auch ein paar leckere Brocken Pansen über den Zaun geworfen werden, kommen sie aber wohl jedesmal und lassen sich betrachten, während die Besucher Interessantes aus der Wolfsforschung erfahren und auch Fragen stellen können. Weitere Ausführungen würden den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Informiert Euch einfach auf der sehr interessanten und ausführlichen Homepage des Parks!

In der Nacht und auch am nächsten Morgen haben wir Wolfsgeheul gratis. Gänsehautfeeling inclusive. Um 10.30 Uhr beginnt unsere Tour und wir machen uns, von Nicole geführt, erneut auf die Runde zu den Wolfsgehegen. Damit endet aber auch schon die Ähnlichkeit zu der gestrigen Führung. Wir genießen es, im Gespräch mit Nicole alle unsere Fragen stellen zu können und da diese Tour ja viel länger ist, bleibt auch viel mehr Zeit für Erklärungen, zumal wir ja auf die Informationen der immerhin auch 1,5 Stunden dauernden „normalen“ Führung aufbauen können.

An den Zäunen, die Wolf und Mensch trennen, sind kleine, entfernbare Gitterfenster angebracht, die bei der VIP-Tour die Möglichkeit für „gitterfreie“ Fotos ermöglichen. Ute macht von dieser Gelegenheit reichlich Gebrauch und das Ergebnis könnt Ihr in der Slideshow weiter unten betrachten.

 

Höhepunkt der Tour ist für uns der Moment, als Nicole mit uns durch eine Schleuse zu einem Gittertor geht und dieses für einen direkten Kontakt/Einblick öffnet. Das Rudel iberischer Wölfe ist uns natürlich gefolgt, insbesondere, da Nicole ja immer noch den Futtereimer und den „magischen“ weißen Handschuh dabeihat. Die Wölfe wissen nämlich genau, da es was zu ergattern gibt, wenn Nicole den Handschuh anzieht. Ohne Handschuh ist also der Futtereimer nur halb so interessant.

Es ist schon ein sehr spezielles Gefühl so ohne Zaun nur 1-2 Meter von einem großen Wolfsrudel entfernt zu stehen. Sicherlich, da ist noch ein Elektrodrahtzaun, aber über den könnte ein Wolf im Handumdrehen springen. Nun – wir geben den Wölfen ja keinen Grund sauer zu werden. Und so verhalten sie sich nicht anders, als mit Zaun. Für uns ist es aber ein ganz besonderes Erlebnis!

 

Nach der Führung haben wir zu jedem Wolf viel Interessantes erfahren und kennen von vielen die Namen. Bei einigen fällt es uns leicht sie auseinanderzuhalten – bei anderen ist es schwieriger. Aber genau wie bei uns Menschen, sieht man jedem der erwachsenen Wölfe an, das er ein Individuum mit eigenem Charakter ist. Unser Fazit ist: Tolle Tour, absolut ihren Preis wert, würden wir jederzeit wieder machen!

Am Nachmittag wertet Ute die Bilder aus und anschließend kommen wir mit Daniel immer tiefer in Gespräche über Gesundheit und vieles mehr. Da wir uns schon sehr lange für diese Themen interessieren und Ute für jeden Tipp zu ihren gesundheitlichen Problemen dankbar ist, werden diese Gespräche sehr intensiv und ausführlich. Und so werden aus einem geplanten Tagesbesuch vier Tage mit viel Wolfsgesang, langen Gesprächen, vielen Gesundheitstipps von Daniel und Familienanschluss. Dafür vielen Dank Euch allen, Zwei- wie Vierbeinern, vom Lobo Park. Wir werden bestimmt wiederkommen!

Am 22.11. fahren wir erst nach Antequera zur kostenfreien Entleerungsstation am Sportplatz, dann zum Carefour um die Vorräte aufzufüllen und dann geht es Richtung El Chorro. Wir fahren auf der MA-5403, einem schmalen, kurvigen Landsträßchen, dass aber durch eine sehr schöne Landschaft führt. Einige Ortsdurchfahrten sind schon mächtig eng, aber mit dem schmalen Sprinter haben wir keine Probleme.

Kurz vor unserem Ziel haben wir von der Bergstraße einen tollen Ausblick auf El Chorro, den Stausee und die dahinter liegende Schlucht mit der berühmten Brücke des Caminito del Rey.

 

Das Dörfchen erreichen wir dann sozusagen von oben aus den Bergen, kommen direkt am Bahnhof an und fahren entlang des Stausees bis zu einem kleinen Parkplatz kurz vor der Schlucht.

Hier finden wir sogar auf Anhieb einen Parkplatz. Echt toll – aber leider zu früh gefreut. Hier ist nämlich nicht der Beginn des Caminito del Rey (Zona Norte) sondern der Endpunkt und da der Caminito nur in eine Richtung begangen werden kann sind wir am falschen Ende.

Wir nutzen die Gelegenheit uns am Info-Häuschen mit Prospekten zu versorgen und bringen in Erfahrung, dass der Ticketverkauf, der direkt in den Bergen am Ausgangspunkt des Weges liegt, nur von 9.30 – 14.00 Uhr geöffnet hat.

Von unserem Parkplatz aus, kann man den Weg zum Endpunkt des Caminito über eine Schotterpiste hochwandern. Von hier aus hat man einen ganz guten Blick auf die Hängebrücke über die Schlucht und wir bekommen einen ersten Eindruck was uns morgen erwartet.

 

Auf dem Rückweg treffen wir Susi und Claus aus Hamburg, die uns begeistert von den vielen Geiern berichten, die sie in der Schlucht gesehen haben. Unsere Vorfreude steigt weiter!

 

Wir machen uns auf den Weg zum nördlichen Eingang und folgen der kurvigen MA-5403 entlang des Embalse de la Encantada. Von dort haben wir einen schönen Blick auf die Schlucht Desfiladero de los Gaitanes und die vorgenannte Brücke. Im weiteren Verlauf wird die Straße sehr schmal und kurvig und da einem von Zeit zu Zeit die Pendelbusse begegnen, die die Wanderer von El Chorro wieder zum Ausgangspunkt zurückbringen, ist eine vorsichtige Fahrweise geraten.

 

Die Schilder weisen uns den Weg und direkt nach einem kleinen Tunnel ist ein großer Parkplatz, auf dem aber keine Übernachtung möglich ist. Von dem freundlichen Parkplatzwächter bekommen wir den Tip auf einem Parkplatz etwas weiter oben zu nächtigen und da dort auch schon ein spanisches Womo steht machen wir das ebenfalls.

Am nächsten Morgen fahren wir zurück auf den o.g. Parkplatz, der mit 2€/Tag sehr günstig ist. Es gibt zwei Wege, die zum Startpunkt des Caminito führen. Der eine ist 2,5 km lang, führt durch einen kurzen Tunnel und beginnt an der Gaststätte, die noch ca. 500 Meter in Richtung Staumauer liegt. Der andere ist 1,5 km lang und beginnt ca. 100 Meter vom Parkplatz in gleicher Straßenrichtung. Der Tunnel ist recht lang und niedrig und hat eine moderne Beleuchtung. Nur ist diese leider nicht an und so stolpern wir im wahrsten Sinn des Wortes dem Licht am Ende des Tunnels entgegen. Direkt am Ausgang erwartet uns eine kleine Bergziegenfamilie, die überhaupt nicht scheu am Wegrand grast. Der Rest des Weges geht bergab zum Fuß des Stausees und ist ein angenehmer Wanderweg.

An der Station warten schon einige Wanderer. Die meisten haben das Ticket bereits im Internet gekauft. Glück für uns, dass wir so früh sind und noch nicht vorreservierte Tickets zu bekommen sind. Anschließend werden wir mit Helmen ausgerüstet, da sich die private Betreibergesellschaft des Caminito del Rey um unsere Gesundheit sorgt. Zitat: „Auch ein kleiner Stein aus großer Höhe kann wehtun“. Also Helm auf, auch wenn es ein wenig lustig aussieht.

Nach einer kurzen Belehrung welches Verhalten angesagt ist, geht es los und kurz darauf erreichen wir die erste Schlucht Desfiladero del Gaitanejo.

 

Hier hat sich der Rio Guadalhorce tief in die Felsen gefressen und wir spazieren auf bequemen, gut gesicherten Stegen in beeindruckender Höhe entlang senkrechter Felswände. Noch beeindruckender ist die Höhe, die die Felswände nach oben erreichen. Wir fühlen uns ganz schön winzig. Das muss man wirklich selber erleben, Bilder können diesen Dimensionen einfach nicht gerecht werden!

Als die erste Schlucht sich in ein breites Tal öffnet, halten wir Ausschau nach den Geiern. Kein einziger ist zu sehen, Na ja – kein Wunder. Es ist grad mal kurz vor 10 Uhr und da reicht die Thermik wohl noch nicht.

 

Kurz darauf treffen wir eine Gruppe Schweizer, die eine der großen Felswände mit einem Profifernrohr beobachten. Wir dürfen auch mal durchsehen und tatsächlich – da sind sie. Überall in der Wand und auf den Gradspitzen sitzen Geier in Mengen. Teilweise haben sie die Flügel gespreitzt und lassen sich von der Sonne erwärmen. Ute versucht mit ihrer kleinen Kamera mit äusterstem Zoom Bilder zu machen. Gar nicht so einfach, denn mit bloßem Auge sind die Vögel nicht auszumachen.

 

Und dann kommt langsam Bewegung in die Geiergesellschaft. Einer nach dem Anderen lässt sich von der nun wohl ausreichenden Thermik empor tragen. Ein toller Anblick und wenig später kreist ein Schwarm von über 100 Geiern über der Schlucht. Wir können uns von dem Anblick lange nicht losreißen, aber irgendwann überwiegt die Neugier, was uns noch erwarten mag.

Der weitere Weg durch das Tal erinnert an einen üblichen Wanderweg, aber die Aussicht ist grandios und wir genießen jeden Meter. An einem Hang sehen wir wieder eine Gruppe Bergziegen. Sie kommen hier wohl häufiger vor.

 

Dann erreichen wir die zweite Schlucht und sehen über den Bergkämmen ebenfalls über hundert Geier kreisen und etliche von ihnen in den Felsen sitzen. Da wir ihnen hier viel näher kommen, ist das Erlebnis noch beeindruckender und die Fotos besser.

 

Gleichzeitig fesselt aber auch die Schlucht wieder unsere Aufmerksamkeit, da der Pfad erneut an senkrecht abfallenden Felsen entlangführt. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir die Eisenbahnstrecke, die kurzzeitig sichtbar wird, ansonsten aber durch Tunnel verläuft.

 

Spannend ist auch der Blick auf den alten Pfad, der direkt unter den neu angelegten Stegen verläuft. Von den Löchern und Abbrüchen mal abgesehen, war das noch ein ganz anderes Kaliber. Ja und dann kommt der Höhepunkt des Caminito in Sicht, die Hängebrücke, die direkt neben der alten holzverplankten Brücke des alten Weges errichtet wurde.


 

Die Brücke bietet eine tolle Aussicht auf den Stausee und die umliegenden Berge. Ihre leichten Schwingungen sind auch für Ute gut zu ertragen, die ansonsten nichts für schwindelnde Höhen übrig hat. Auf der anderen Seite angekommen, geht es erst weiter an der Felswand entlang und dann einige Treppen hinauf zur Endstation des Caminito. Von dort aus geht es erst über eine Schotterpiste und dann über Asphaltstraße rd. 2,1 km zum Bahnhof von El Chorro. Von dort fahren alle halbe Stunde Busse (1,55 €/Person) zu den Parkplätzen am Ausgangspunkt der Tour.

 

Glücklich und übervoll mit fantastischen Eindrücken kommen wir wieder am Sprinter an. Als der Parkplatz um 18.30 Uhr schließt, suchen wir uns für die Nacht einen ruhigen Stellplatz neben dem Wendeplatz der Busse.

Tipps und Wissenswertes zum Caminito del Rey in Kurzform:

 

  • Pfad zum Eingang: 1,5 bzw. 2,5 km

  • Caminito: 2,9 km

  • Pfad vom Ausgang des Caminito zum Bahnhof El Chorro: rd. 2,5 km (überwiegend bergab)

  • Schwierigkeitsgrad: Unser Ansicht nach einfach. Ute hat Höhenangst und hatte keinerlei Schwierigkeiten, da die Wege überall mit seitlichen Gitterzäunen gut gesichert sind. Der Weg ist nicht anstrengend und die Treppen halten sich auch in Grenzen.

  • Der Eingang liegt im Norden beim Stausee Embalse Conde del Guadalhorce.

  • Der Ausgang liegt bei dem Dörfchen El Chorro. Dazwischen verkehren Busse.

Caminito del Rey - Special Geier und Gemsen

Geier haben wir in Spanien inzwischen sehr häufig gesehen. Hier am Caminito del Rey ist es uns aber erstmals gelungen so nah heranzukommen, dass auch mit unserer "normalen Laienkamera" passable Bilder machbar waren.

Bei den Geiern handelt es sich um Gänsegeier, lateinisch Gyps fulvus. In Spanien heißen sie Buitre Leonado. Die Vögel werden bis zu 11,3 kg schwer und können eine Spannweite von 2,70 Metern erreichen und es ist wirklich sehr beeindruckend sie in diesen Mengen am Himmel zu sehen.

Am nächsten Morgen steht uns der Sinn nach Ruhe und Abgeschiedenheit in schöner Landschaft. Wir folgen dem Hinweisschild zu den Ruinen von Bobastro. Die MA-4400 erweist sich ebenfalls als schmal, kurvige Straße mit toller Aussicht. Sie ist die längste uns bekannte Sackgasse, sie endet nämlich einfach an einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Blick auf El Chorro und die umliegende Landschaft hat. Kurz vor diesem Aussichtspunkt finden wir einen schönen Parkplatz mit fantastischer 360-Grad-Rundumsicht. Hier verbringen wir die nächsten 2 Tage mit wandern, faulenzen und Bilder sortieren.

Unser Stellplatz in den Bergen über El Chorro
Unser Stellplatz in den Bergen über El Chorro
Blick über das Tal des "Caminito del Rey"
Blick über das Tal des "Caminito del Rey"