25.11. - 31.12.17 Spanien incl. Ronda,

Sevilla, Arcos de la Frontera, Setenil u.a.

Am 26.11. machen wir uns auf den Weg nach Ronda. Nach ein paar Minuten Fahrzeit sehen wir einen Fuchs über die Straße laufen. Thomas hält an und daraufhin kommt der Fuchs zurück, läuft am Sprinter vorbei zum Fahrerhaus und lässt sich uns gegenüber am Straßenrand nieder. Ute kann schöne Fotos machen. Wann sieht man mal einen Fuchs in freier Wildbahn aus solcher Nähe? Seltsam ist diese Begegnung aber allemal. Normalerweise sollte ein Wildtier scheu sein. Ob dieser Fuchs von Autofahrern gefüttert wurde oder ob er krank ist? Keine Ahnung, das werden wir wohl nie erfahren.

 

Die A-367 führt durch eine schöne Landschaft, die aber von Olivenmonokulturen geprägt ist – wie übrigens in ganz Andalusien. In Ronda angekommen fahren wir auf den CP El Sur. Er liegt ca. 2 km von der Altstadt entfernt. Die Anlage ist gepflegt, die Sanitäranlagen vorbildlich und das Wifi reicht über den ganzen Platz (18,55 €). Kaum sitzen wir draußen, werden wir von einem anhänglichen, rotgetigerten Kater adoptiert, der nachdem er unser Katzenfutter vertilgt hat sofort einen Sessel requiriert. Später stolpern wir fast über ihn, da er unsere Wohnkabinentreppe als Schlafquartier betrachtet.

Am nächsten Morgen ist es ziemlich bewölkt, aber wir machen uns trotzdem mit den Rädern nach Ronda auf. Diese lassen wir an der Plaza Ruedo Alameda direkt vor den Mauern der Altstadt stehen und folgen einer extrem holperig gepflasterten kleinen Straße bergab, die uns zu dem Mirador La Hoya del Tajo im Tal des Rio Grande bringen soll. Von diesem Punkt unten im Tal hat man nämlich den besten Blick auf die Puente Nuevo, die imposante Brücke, die das bekannte Wahrzeichen der Stadt ist.

 

Der Weg hinunter ist leicht zu gehen und unterwegs bieten sich immer wieder interessante Ausblicke zu den hoch oben auf den Felsrändern klebenden Häusern. Im Tal angekommen macht der Weg noch einen Bogen um einen Felsvorsprung und dann sehen wir SIE!

Die 1793 errichtete Brücke vermittelt mit ihrer imposanten Ausstrahlung ein „Herr der Ringe“ Feeling. Viele kleine Trampelpfade am Hang zeigen, dass schon viele Fotografen versucht haben den besten Platz für ein optimales Foto zu finden. Wir folgen einem extrem steilen Pfad den Hang hinauf, der Ute an ihre Grenzen bringt. Dagegen war der Caminito del Rey ein Spaziergang!

 

Dieser „Weg“ bringt uns zu einer weiteren natürlichen Aussichtsplattform. Hier sollte man nicht ins rutschen kommen. Geländer Fehlanzeige, dafür aber rd. 100 Meter freier Fall! Von hier aus führt ein gut begehbarer Treppenweg nach oben, der an dem kleinen Park (Plaza Maria Auxiliedora) an der Calle Tonorio endet.

Ein Stück die Straße hoch besichtigen wir das Palais Don Bosco, eines der prächtigen Häuser, dessen kleiner Garten abrupt zur Schlucht vor der Brücke abfällt. Die Anlage ist recht interessant, der Eintritt mit 2€ nicht zu hoch, aber teilweise wirkt sie etwas vernachlässigt, was schade ist.

Anschließend schauen wir uns die Aussicht über das Tal, das Ronda in zwei Stadtteile trennt von oben an. Die Fahrbahn der Brücke wird gerade erneuert und sie ist deshalb für den Verkehr gesperrt. Die Aussicht ist in beide Richtungen beeindruckend und der Wind pfeift uns um die Nasen. Um das markant auf der gegenüberliegenden Brückenseite liegende Hotel Parador führt ein Fußweg, der weitere Blicke auf Schlucht und Brücke ermöglicht und zu einem Aussichtspavillion führt.

Von dort erreichen wir durch einen kleinen Park die an der Plaza Teniente Arce gelegene Stierkampfarena. Mit Stierkampf haben wir nichts, aber auch gar nichts „am Hut“, aber Thomas interessiert sich für die Architektur dieser ältesten Stierkampfarena Spaniens. Letztlich hält der stolze Eintrittspreis von fast 15 Euro/Person ihn von der Besichtigung ab und Ute ist ganz froh darüber. Dieser Ort hat – wie man so schön sagt – ganz bestimmt kein gutes Karma.

Anschließend bummeln wir noch durch die weihnachtlich geschmückte Einkaufszone und anschließend durch die verwinkelte Altstadt. So richtig werden wir mit Ronda aber nicht „warm“. Ob wir nach Toledo und Cordoba einfach verwöhnt sind, es am Wetter liegt oder doch an der Stadt – wie auch immer, wir radeln zurück zum CP, füttern „unseren“ Kater und machen es uns im Sprinter gemütlich.

Am nächsten Morgen ist es bewölkt und es fallen auch ein paar Tropfen Regen aus den Wolken. Unser nächstes Ziel ist Sevilla, aber wir möchten wegen der schönen Landschaft einen kleinen Umweg über Grazalema und den gleichnamigen Naturpark machen. Und so fahren wir über die A-372, die – wie die spanischen Straßenschilder vorbildlich ausweisen – von Ronda bis nach Arcos de la Frontera führt. Die kleine Landstraße ist schmal, aber in gutem Zustand und führt durch ausgedehnte Korkeichenwälder. Stellenweise sind die Straßenränder dicht an dicht mit gleichzeitig blühenden und fruchttragenden Erdbeerbäumen geschmückt.

 

Nach einiger Zeit wird es immer bergiger und kurz vor Grazalema erreichen wir den Puerto los Alamillos auf 822 Metern Höhe. Das weiße Dörfchen selber liegt noch etwas höher, malerisch zwischen zwei Bergrücken hingeschmiegt. Sowohl am Ortseingang, als auch am Ausgang befinden sich großzügige Parkplätze. Diese sind auch ausdrücklich für Womo´s ausgewiesen. Allerdings ausdrücklich als Tagesparkplätze.

Sowohl Ort als auch Umgegend sind sehr ansprechend und laden zu Wanderungen ein – allerdings nicht bei dem heutigen nasskalten Wetter. Das Wissen, dass in einer der hier befindlichen Felswände eine der größten Geierbrutkolonien Spaniens beheimatet ist, wird uns bestimmt mal wieder hierhin ziehen.

 

So fahren wir nach einer kurzen Pause weiter und überqueren kurz darauf den Puerto de el Boyar (1.103 Meter). Nach einiger Zeit kommen wir an Benamahoma vorbei, einem weiteren, malerisch gelegenen weißen Dörfchen.

 

Kurz hinter Prado del Rey sehen wir abseits der Straße einen großzügigen Rastplatz, genau das, was wir uns zur Übernachtung gewünscht haben. Wir stellen fest, dass der Platz zur Santuaria de Nostra Senora de las Montanas – einer großen Wallfahrtskirche gehört. Nebenan liegt das ziemlich verfallene Gebäude einer alten Mühle, das von einem bekannten spanischen Künster nach Gaudi-Manier verschönert wurde. Wir verbringen hier ein paar ruhige Tage und sitzen die durchziehende Gewitterfront aus.

Am 30.11. fahren wir – inzwischen wieder bei schönstem Sonnenschein – nach Sevilla weiter. Allerdings sind an den Straßenrändern und auf den Feldern deutlich die Folgen des heftigen Gewitterregens in Form von reichlich fortgespülter Erde zu sehen.

In Sevilla geht es erst mal wieder zum Baumarkt. Irgendetwas braucht der Reisende ja immer. In unserem Fall Schlauchanschlüsse und andere Kleinigkeiten. Anschließend fahren wir zu dem Parkplatz in der Innenstadt, auf dem wir auch bei unserem letzten Sevilla-Besuch gut gestanden haben (zu unserem Bericht von 02/2016 geht es hier). Der Preis liegt immer noch bei 10 €/24 Stunden und es haben sich bereits viele andere Wohnmobile eingefunden. Wir finden einen Platz parallel zum Guadalquivir und mit Blick auf das, auf der anderen Flussseite gelegene, malerische Gebäude einer Tanzakademie. Sofort fühlen wir uns wieder in Sevilla heimisch und gehen shoppen. Auf unserer Wunschliste steht eine Kamera mit besserem Zoom und Weitwinkel für Naturfotos wie z.B. an den Geierfelsen. Beim Media Markt werden wir fündig.

 

Den ganzen nächsten Tag widmen wir dem Real Alcázar. Zwar kennen wir ihn schon von unserem letzten Besuch, aber gerade deshalb wollen wir uns heute so richtig Zeit für diese prächtigen Gebäude und die schönen Gärten nehmen. Für uns ist der Real Alcázar in Sevilla im Verhältnis zu entsprechenden Gebäuden in den anderen von uns besuchten Städten – Granada mit der Alhambra mal ausgenommen – die prächtigste und interessanteste Anlage. Und so bummeln wir stundenlang durch die Paläste und Gartenanlagen, probieren die neue Kamera aus, sitzen in der Sonne und füttern einen Pfau und seinen Harem, der das Gartencafe belagert.

 

 

Am nächsten Tag schlendern wir einfach entspannt durch die Gartenanlagen zum Plaza de Espana und in die Altstadt.

 

Vor der Kathedrale hat eine Art Weihnachtsmarkt seine Stände aufgeschlagen. Allerdings verkaufen all die vielen Stände nur eine einzige Sache – nämlich Krippenfiguren. Diese aber in allen Ausführungen und Preislagen. Auch die Straßen und Plätze sind weihnachtlich geschmückt. Trotzdem fällt es uns schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen – kein Wunder bei sonnigen 19 Grad, blühendem Hibiskus, Daturen und Bougainvillen sowie fruchttragenden Orangen- und Zitronensträuchern.

 

 

Wieder begeistert uns die Ausstrahlung der Altstadt und wir sind uns einig, dass Sevilla unsere andalusische Lieblingstadt bleibt.

 

 Am 03.12. fahren wir nach Arcos de la Frontera. Dort finden wir in der Nähe des Strandes von dem Stausee Embalse de Arcos einen Stellplatz für die Nacht. Es ist recht windig und der heimische Modellschiffbauverein nutzt die Gelegenheit eine Minisegelbootregatta auszutragen. 

 

Wir bleiben im Sprinter und gehen einer neuen Leidenschaft nach – puzzeln! Im gift-shop des Real Alcázar haben wir uns nämlich ein Puzzle mit 1000 Teilen zugelegt. Tja und jetzt gilt es das Bild zusammenzusetzen. Das ist gar nicht so einfach, hat aber Suchtpotential!


Arcos de la Frontera ist typisch für die „weißen Dörfer“ Andalusiens. Die Altstadt liegt auf einem steilen Felsen oberhalb des Rio Guadalete und als Ortsfremder, zumal mit Wohnmobil, sollte man die Innenstadt tunlichst meiden. Wir fahren zu dem großen Parkplatz am Fuß des Felsen und testen unsere Fitness an den unzähligen nach oben führenden Treppenstufen. Dann geht es durch die schmalen Gassen bis zur Plaza del Cabildo. Dieser Platz wird von der Kirche Santa Maria de la Asuncíon dominiert. An einer Seite liegt das Rathaus und dahinter das Castillo, das sich aber in Privatbesitz befindet und nicht zu besichtigen ist.

Hübsch ist der Parador, der gegenüber der Kirche direkt am Felsabbruch balkonartig einen weiten Blick in die Landschaft und auf den Rio Guadalete bietet. Auf der einen Seite ist ein Haus so nah an der Abbruchkante, dass hier wohl nur ein absolut schwindelfreier Fensterputzer arbeiten kann. Unverbaubare Aussicht – ja, das kann man hier wohl dauerhaft bescheinigen.

 

Auf der anderen Seite des Paradors haben zwei Frauen einen Stand mit etlichen Greifvögeln und Eulen aufgebaut. Sofort werden wir gefragt, ob wir ein Foto mit den Vögeln auf der Hand machen möchten. Für Geld – versteht sich. Nein! Möchten wir nicht! Gerade weil wir die Vögel mögen und der Anblick der an die Sitzstange gefesselten Tiere uns weh tut. Leider sprechen die Frauen nur Spanisch und so ist ein Meinungsaustausch von vornherein erfolglos. Da hilft nur ignorieren.

Entlang der Hauptstraße gehen wir weiter zu der zweiten großen Kirche, San Pedro, die im gotischen Stil erbaut wurde. Unser Eindruck, dass wir zur falschen Zeit am falschen Ort sind intensiviert sich. In Arcos sind die Bürgersteige hochgeklappt. Die Kirchen sind zu, das Castillo sowieso und die meisten Geschäfte auch. Wir wandern zum Sprinter zurück und parken auf einen schönen, großen Platz der weiter von der Straße entfernt liegt um. Hier stehen wir windgeschützt und sonnig mit wunderbarem Ausblick auf den mit der Altstadt gekrönten Felsabbruch.

Am nächsten Tag drängt es uns weiterzufahren. Nicht, weil wir unbedingt wieder etwas Neues sehen wollen – nein, unser Grund ist profaner. Es wird mal wieder Zeit eine Entsorgungsstelle für unseren Urintank zu finden und in Arcos sind wir da nicht fündig geworden. Also fahren wir auf der CA-6104 nach Algar zum Tajo del Águila. Nach unseren Informationen soll es sich bei dieser hoch auf einem Bergkamm über dem Embalse de Guadalcacin gelegenen Anlage um einen Camping mit Apartments etc. handeln. Warum also nicht einen Tag hier Station machen und die Entleerung nutzen. So unser Gedanke. Es wird aber nichts daraus. Man klärt uns auf, dass es sich ausschließlich um eine Appartmentanlage handelt. Camping ist nicht möglich. Entsorgung leider auch nicht. Also genießen wir kurz den tollen Ausblick und suchen uns ein neues Ziel.

 

Nicht weit entfernt liegt ein anderer CP und so fahren wir auf der A-2201 zum CP San José del Valle. Dieser liegt schön am Stausee und sieht sehr ordentlich aus – nur leider ist er geschlossen. Das war also auch nichts. Über die A-389 fahren wir weiter und kommen kurz vor Junta de los Ríos an einer großen Tankstelle vorbei. Zu unser Freude sehen wir dort das Entleerungsstellensymbol und nutzen die Gelegenheit sofort.

 

Jetzt sind wir wieder ganz nah bei Arcos de la Frontera und da uns unser Platz dort sehr gut gefallen hat, steuern wir ihn einfach wieder an. Fazit unserer Tour um den Embalse de Guadalcacin: Schöner Stausee in attraktiver Landschaft. Allerdings so gut wie nicht zugänglich, da überall abgezäunte Viehweiden, Privatbesitz etc..

Heute ist der 06.12. und spanienweiter Feiertag. Nein - nicht Nicolaus sondern Tag der Verfassung. Als wir uns am späten Vormittag nochmals in die Altstadt von Arcos aufmachen, erhalten wir einen ganz anderen Eindruck als vorgestern. Heute sind die Bordsteine definitiv heruntergeklappt. Alle Restaurants und Läden sind geöffnet und viele Spanier nutzen den Feiertag zu einem Ausflug. Die Touristeninformation ist ebenfalls geöffnet und wir bekommen einen kostenlosen Stadtplan mit Verzeichnis der Sehenswürdigkeiten. Auf dem Plaza del Cabildo parken heute keine Autos, sondern eine Musikkapelle schmettert patriotische Weisen (so hört es sich jedenfalls für uns an), an einem großen Stand wird der Anschnitt etlicher Schinken zelebriert und kleine Basarstände mit Schmuck etc. runden das Bild ab.

Wir gehen weiter durch die Altstadt zu zwei anderen in unserer Karte ausgewiesenen Aussichtsplätzen und dann steil bergab zu dem Matrera Stadttor. Anschließend geht es die ganze Strecke bergan und bergab wieder zurück.

 

Spannend ist es den Autofahrern zuzusehen, die sich in das Gewirr der schmalen Gassen trauen. Hier kommt es wirklich auf jeden Zentimeter an und die Spaziergänger müssen sich in die Hauseingänge zurückziehen, damit die Auto´s passieren können.

 

Etliche verschrammte Autos und Hausecken zeugen davon, dass diese Manöver nicht immer kontaktfrei ausgehen.

Den nächsten Tag verbringen wir mit der Erkundung der Wanderwege rund um Arcos. Info-Tafeln hierzu gibt es leider keine und die bruchstückhaften Andeutungen im Plan der Touri-Info helfen auch nicht wirklich. Da ist MapsMe und die Betrachtung der Fotos von den Aussichtspunkten hilfreicher. Und dabei ist ein umfangreiches Wegenetz vorhanden, dass teilweise sogar mit sehr großem Aufwand ausgebaut wurde. Leider wurde es nach dem Ausbau nicht weiter gepflegt und so wächst inzwischen reichlich Grün zwischen den Natursteinplatten und verstopft die Entwässerungskanäle. Jeder weitere Regenguss spült neue Platten los und so entsteht ein Kreislauf, der die Wege bald zerstört haben wird.

 

Unsere Wanderung am Fuß des Altstadtberges (schmaler Pfad entlang des Ufers des Rio Guadalete) lässt uns die Dimensionen erst richtig erfassen. Ein Stück weiter entdecken wir mehrere Höhlen im oberen Bereich. Doch – Moment mal! Da stehen ja Blumentöpfe in einer der Höhlen. Die Kamera zoomt die Höhle näher und – tatsächlich am Rand zum Felsabbruch hin steht eine ganze Reihe Blumentöpfe. Wir wundern uns und würden nur zu gerne mal das darüber liegende Haus besichtigen. Ein Keller mit so einer Aussichtsterrasse dürfte wohl ziemlich einmalig sein. Ein Stück weiter ist eine etwas höher liegende Höhle sogar mit einem Geländer versehen. Eine andere hat verglaste Fenster. Schon erstaunlich, wie kreativ hier die Gegebenheiten genutzt wurden.

Unseren Rückweg nehmen wir in Längsrichtung über den Altstadtberg und kommen bei dem langen Aufstieg ordentlich ins Schwitzen.

 

Am Abend verlassen wir unseren genialen Stellplatz und parken auf den großen Platz direkt an der Straße um, da wir ein Schild gesehen haben, dass für morgen einen Markt in Arcos ankündigt.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass unsere Entscheidung richtig war. Wo wir noch gestern standen, erstreckt sich jetzt eine Zeltstadt.

 

Während wir frühstücken, können wir das Gewusel der Parkplatzsuchenden um uns herum beobachten und dann stürzen auch wir uns ins Gewühl. Trotz der Vielzahl der Stände ist das Angebot recht gleichförmig. Hauptsächlich Decken sowie Winterkleidung und -schuhe und kaum ein Teil teurer als 10 Euro. Gegen Mittag baut der Markt auch schon wieder ab und als wir kurz nach 14 Uhr wieder zu unserem alten Platz zurückfahren, erinnert nur noch eine Menge Plastikmüll an das Ereignis. Das stört hier aber anscheinend niemanden. Obwohl wirklich überall Mülleimer stehen, werden diese von den meisten Spaniern konsequent ignoriert. Was nicht mehr gebraucht wird, wird dort entsorgt wo man gerade geht oder steht, auch wenn nur wenige Schritte weiter ein Mülleimer steht. Und so sieht es dann in der Landschaft auch aus.

Auf unseren Spaziergang nehmen wir heute unseren Kopter mit und lassen ihn die Altstadt von oben erkunden und siehe da – die Überraschung ist groß!

 

Arcos wird ja als eines der „weißen Dörfer Andalusiens“ beworben. Stimmt gar nicht! Es ist gar kein weißes sondern ein rotes Dorf! Schaut es Euch selber an!

Am 10.12. schlägt das Wetter um und wir beschließen weiterzuziehen. Schließlich stehen wir schon seit 6 Tagen in Arcos und das ist für unsere Verhältnisse schon recht lange!

 

Also fahren wir nach Villamartin, da wir gesehen haben, dass es dort ein Hallenbad gibt. Leider hat das am Wochenende geschlossen und so beschließen wir bis morgen zu warten, da der Gedanke an eine ausgiebige Dusche doch sehr verlockend ist. In der Nacht stürmt es heftig und der Regen wäscht den Staub der letzten Wochen vom Sprinter.

 

Am nächsten Morgen waschen wir denselben auch von uns und fahren dann weiter nach Zahara de la Sierra, einem malerisch gelegenen Dorf am Rand der Sierra Grazalema. Leider ist das Wetter immer noch sehr windig und ungemütlich und so fahren wir nach einem kleinen Erkundungsspaziergang rd. 6 km weiter zu einem Parkplatz am Embalse de Zahara.

Am Morgen ist es wieder wunderschönes Wetter und wir fahren noch einmal nach Zahara hoch und erkunden den Ort. Dann folgen wir der CA-9104 weiter Richtung Grazalema. Nach wenigen Minuten erreichen wir einen Parkplatz, am Beginn des Wanderweges Sendero de Garganta Verde liegt. Für diesen Wanderweg braucht man ein Permit, das man bei der Parkverwaltung oder auch der Touristeninformation in Zahara bekommt. Wir nehmen uns fest vor, diese Wanderung im Frühjahr mal zu machen. Jetzt fahren wir weiter, da wir heute noch nach Setenil de las Bodegas kommen wollen.

 

Die Straße ist eine der typischen Bergstraßen – schmal und immer nah am Abgrund, aber die Aussicht ist gnadenlos schön! Den nächsten Stopp machen wir am Mirador Puerto de los Achebuches. Hier wurde äußerst aufwendig ein Aussichtspunkt angelegt. Aber auch hier wird die Anlage nicht gepflegt und der Zahn der Zeit ist fleißig am nagen.

Die Straße schraubt sich weiter in die Höhe und die Aussicht auf Zahara, den Stausee und links davon die Schlucht Garganta Verde sind nach jeder Kehre besser. Kurz vor der Passhöhe Puerto de Las Palomas auf 1357 Metern Höhe sehen wir die ersten Bäume der sehr seltenen spanischen Fichte. Kurz darauf kommen wir an einem kleinen Wäldchen mit diesen Bäumen vorbei. Bei näherer Betrachtung unterscheidet sich die Benadelung deutlich von den uns bekannten Fichten. Von einiger Entfernung betrachtet kommen sie dem Idealbild eines Weihnachtsbaumes – passend zur Jahreszeit – aber schon sehr nah.

 

Am Pass halten wir und gehen zu dem dortigen Aussichtspunkt noch ca. 50 Meter den Gipfel hoch. Für diese Anlage gilt auch das vorhergesagte – extrem aufwendig aber verwahrlost. Wie auch immer. Wir konzentrieren uns lieber auf die schöne Aussicht.

In Grazalema machen wir eine kurze Pause auf dem Parkplatz oberhalb des Ortes. Gegenüber liegt der CP, der momentan aber geschlossen ist. Auf einer in der Nähe liegenden Bergwiese entdecken wir wilde Bergziegen und können ein paar schöne Fotos machen bis die Herde weiterzieht. Anschließend halten wir noch im Ort und machen einen kleinen Rundgang. In den historischen, unten im Tal liegenden Dorfteil kommt aber jetzt am frühen Nachmittag schon keine Sonne mehr und es wird recht frisch. Grazalema gefällt uns aber sehr gut und hier gibt es auch viele Wanderwege. Also ein weiteres Ziel für´s Frühjahr.

 

Wir fahren weiter über die A-7378 und ab Montecorto über die MA-8407. Die Landschaft ist nun nicht mehr so gebirgig, mehr landwirdschaftlich genutzt und auch nicht mehr so grün, da es hier wesentlich weniger Niederschläge gibt.

Setenil de las Bodegas wurde auf und um ein Felsmassiv erbaut, in das sich der Rio Trejo tief eingegraben hat. Eine Besonderheit der Stadt sollen „überhängende Felsen“ sein und die möchten wir natürlich gerne sehen. Vorher heißt es aber einen Parkplatz finden und da wir nicht in die Altstadt wollen, folgen wir der Ausschilderung am Ortsbeginn, die uns in einem weiten Weg um das ganze Dorf herumführt. Tja und dann stehen wir in der Einfahrt einer riesigen Tiefgarage. Nur mit der Einfahrhöhe hapert es, bei 2,05 Metern kämen wir als Caprio wieder raus. Also Rückwärtsgang rein. Gut, dass keine anderen Fahrzeuge hinter uns sind. Hätte echt geholfen, wenn von Anfang an auf eine Tiefgarage/Parkhaus hingewiesen worden wäre. Leicht gefrustet stellen wir uns ein paar hundert Meter entfernt einfach an den Straßenrand und machen uns zu Fuß auf den Weg.

Unter die Felsen gebaute Häuser finden wir reichlich und es ist wirklich ein sehr spezielles Stadtbild. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Leider wird es schnell dämmerig und so gehen wir zum Sprinter und suchen uns einen Platz für die Nacht. Diesen finden wir am Ende der MA-7402 auf dem Parkplatz einer archäologischen Stätte (yacimiento de Acinipo).

Am nächsten Tag fahren wir noch einmal nach Setenil und stellen fest, dass entlang der Straße in den Ort eine ganze Reihe Parkplätze angeboten werden. Diese sind dann auch ganz in der Nähe der eindrucksvollsten überhängenden Felsen. Wir genießen den imposanten Anblick noch einmal bei Sonnenschein, der jedoch kaum eine Chance hat, in die tiefen Schluchten vorzudringen.

Danach fahren wir zu dem uns bekannten Parkplatz am Eingang zum Caminito del Rey. Das Wetter ist prima und es ist gerade erst Mittag und wir beschließen einfach auf gut Glück zu sehen, ob wir Karten für den Caminito bekommen. Das klappt auch und wir machen uns ein zweites Mal auf den grandiosen Wanderweg.

 

Diesmal ist die neue Kamera dabei und wir haben reichlich Gelegenheit sie auszuprobieren. Leider sind unsere bevorzugten Fotomotive – die Gänsegeier – heute bei weitem nicht so zahlreich vertreten wie letztes Mal. Auch sitzen keine der großen Vögel mehr in den Felsen, was das Fotografieren sehr erschwert. Trotzdem genießen wir die Wanderung und die imposante Landschaft. Anschließend bringt uns der Bus von El Chorro wieder zum Ausgangspunkt zurück und wir können in Ruhe die Bilder auswerten. (zum ausführlichen Bericht Caminito del Rey aus 11/2017) 

Am nächsten Tag ziehen mehr und mehr Wolken auf und wir sind froh, den Caminito gestern noch so spontan angegangen zu sein. Unser Ziel ist der Lobopark bei Antequera und wir fühlen uns sofort wieder heimisch, als wir auf den Hof rollen.

Leider ist das Paket, das wir an diese Adresse bestellt haben immer noch nicht da und auch die Verfolgung des Postweges über DHL bringt uns nur die Erkenntnis, dass unser Paket irgendwo in Spanien ist. Das hilft uns leider nicht wirklich weiter. Trotzdem genießen wir die Tage bei Daniel im Lobopark. Wir gehen regelmäßig mit den beiden jungen Schäferhündinnen spazieren und natürlich kommt auch wieder der Gedanke auf, wie es denn wäre mit Hund zu reisen. Momentan siegt aber noch der Verstand über das Gefühl und das ist wahrscheinlich für alle Beteiligten auch besser so.

Unsere Verbundenheit zu Daniel und dem Lobopark zeigt sich jetzt auch am Sprinter. Seit neuestem ziert das Logo des Loboparks die Kabinenrückseite. Jetzt können wir für den Lobopark Werbung fahren und außerdem sieht das Ganze auch richtig gut aus.

 

Leider erfährt unser Sprinter in Antequera nicht nur eine Verschönerung. Auf einem Parkplatz parkt ein Spanier dermaßen schwungvoll und dämlich aus, dass er mit der Fahrerseite seines PWK´s voll auf die hintere rechte Ecke der Wohnkabine des abgestellten Sprinters donnert. Ein kurzer Blick zeigt, dass bei uns außer ein paar kleinen Macken im GFK nichts weiter passiert ist und so verzichten wir auf Nennung der Versicherung etc.. Mit dem Schaden an seinem PKW hat der Spanier ohnehin genug Ärger. Sein Kotflügel ist vollkommen zersplittert und wenn wir den PKW so sehen, staunen wir, dass bei uns kaum etwas passiert ist.

Die Zeit vergeht wie im Flug, aber auch nach einer Woche sind wir ins Sachen Paket kein Stück weiter. Wir lassen in Antequera die Sim-Karte unseres Handy´s von Micro auf Nano zuschneiden und die Umstellung auf das neue Handy klappt einwandfrei. Da nicht absehbar ist, wann bzw. ob das Paket überhaupt wieder auftaucht, beschließen wir nach einer Woche Aufenthalt im Lobopark wieder auf Tour zu gehen. Daniel und sein Team, der Wolfsgesang, Spitzohr, Lisa und der Rest der Hundefamilie werden uns fehlen, aber wir freuen uns schon auf das Wiedersehen bei der Rückreise.

Antequera - Altstadt und Castell
Antequera - Altstadt und Castell

Am 22/23.12 machen wir kurz Zwischenstation in Sevilla und bummeln durch die weihnachtlich beleuchtete Altstadt. Dann geht es weiter nach Portugal.

Kurz hinter der Grenze liegt Manta Rota, das wir schon von der letzten Reise kennen. Der Stellplatz (4,50 €; freies Wifi; Ent-/Versorgung) ist schon sehr gut gefüllt, aber wir finden noch einen schönen Platz und machen einen langen Strandspaziergang.

Am 24. ziehen Wolken auf und in der Nacht regnet und gewittert es heftig. Wir nutzen die Zeit mal wieder der Puzzel-Sucht nachzugehen. Glücklicherweise hält Regenwetter hier meist nicht lange vor und so haben wir genug Zeit für weitere Spaziergänge am Strand und durch den Ort.

Sevilla - Plaza de Espana
Sevilla - Plaza de Espana

 

Wir wünschen Euch allen, die Ihr unsere Reiseerlebnisse verfolgt ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

 

 

 

Für unsere Reiseberichte ab 2018 haben wir eine neue Website eingerichtet.

 

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